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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 23 (1898) · p. Seite 340

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
23 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 340 (sequence 6)
Language
German
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340 Sein neues Lehrsystem und die aufopfernde Thätigkeit als Lehrer waren der erste Schritt zur Erreichung dieses Zieles. Auf jein selbstloses Wirken im Dienste der Menschheit findet der Ausspruch unserer Weisen Anwendung: „Wäre auch das Menschenherz geschmückt mit allem, was gut, schön und erhaben ist, so es nicht ein Segen für die Mitwelt wird, gleicht es nur einem Myrtenbaum mitten in der Wüste, wo nienrand ist, der sich daran erfreut". Doch an den Früchten hillelschen Geistes und hillelscher That hat sich eine Vergangenheit und Gegenwart gelabt und erquickt. Die Regierungszeit des Merodes war und blieb eine Schreckenszeit für Judäa; denn täglich suchte sein Argwohn neue Veranlassung zu blutigen Mordbefehlen. Noch lebten zwei hasmonäer, die seiner Herrschaft gefährlich werden konnten; der achtzigjährige hyrkan und der jugendliche Aristobul, der wegen seiner Abkunft, seiner Zugend und Schönheit der bewunderte Liebling des Volkes war. Diese beiden letzten männlichen Sprossen der einst so mächtigen Makkabäer sanken jedoch bald als Opfer des Argwohns jenes Zdumäers in das Grab. Der Greis endete unter dem Mordbeile des Denkers, und der Jüngling wurde auf Merodes Befehl in hinterlistiger Weise im Bade ertränkt, von des Römerfeldherrn Antonius Gunst getragen, befestigte er sich trotz der erregten Stimmung seiner Unterthanen immer mehr in seinem Reiche. Da trat ein Ereignis ein, das alle seine ehrgeizigen jAäne und Entwürfe zusammenzustürzen und ihn selbst unter den Trümmern zu begraben drohte. Die Schlacht bei Aktium war im Zahre 50 geschlagen worden. Antonius Herrschaft in Rom sank, und Oktavian war Herr des römischen Reiches. Diese Botschaft traf den herodes mit niederschmetternder Gewalt. Nun war es ihm gewiß, daß der Sturz seines Hauptgönners, dem er ein treuer Bundesgenosse gewesen, den er im Aampfe gegen den Sieger mit Lebensmitteln versorgt hatte, dem zu Ehren er nordwestlich vom Tempel die Burg Antonia gebaut hatte, auch das Ende seiner Herrschaft sein würde. Er war daher auf das Schlimmste gefaßt, als er vor Oktavian erscheinen mußte, um aus dessen Händen Leben oder Tod, Herrschaft oder Schmach zu empfangen. Doch stolzer und übermütiger als je kehrte er nach Jerusalem zurück; denn auch dieser Römer ließ sich von herodes Schlauheit und Schmeicheln so bethören, daß er ihn als Aönig von.Zudäa bestätigte. Aurz vor seiner Abreise geschah ein Ereignis, das noch von größerem Einfluß für Zudäa war: der Rücktritt der B'ne Bathyra vom j?räsidialsitze des Synhedriums und die Einsetzung hillels als Nasi oder Fürst durch das Volk.

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