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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 23 (1898) · p. Seite 338

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
23 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 338 (sequence 4)
Language
German
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338 schichte dastehen. Der heilige Glaube unserer Väter war bedroht, der Fortbestand unserer Religion gefährdet; deshalb griff Inda zum Schwert. So wollet auch ihr, meine Lieben, euch bewaffnen mit Mut und Gottvertrauen, um alles das, was ihr für recht erkannt habt, möge es unfern heiligen Glauben oder das tägliche Leben betreffen, zu verteidigen und ihm Geltung zu verschaffen. Und sollte man versuchen, euch zur Feigheit und Schwäche gegenüber -dem Glaube:: an den einig-einzigen Gott zu verleiten, dann blicket hin aus die hehren Gestalten der Makkabäer und zeigt euch ihrer würdig. Und nun verlebet alle das Chanukkahsest in ungetrübter Freude! Eine Lebensgeschichte von S. Katz. Viertes Kapitel. Oer Erfolg. Unter anstrengender körperlicher und geistiger Thätigkeit waren für hillel sechs Jahre der Armut und Entbehrung, der Not und Entsagung vergangen. Trotz seiner bescheidenen Zurückhaltung im kehrhause wurde er dennoch bald der vorzüglichste Schüler, auf den seine Lehrer mit Stolz, seine Lehrgenossen mit neidloser Bewunderung blickten. Schon längst war er durch das Händeauflegen seitens seiner Lehrer zur Würde ihres Thaber oder Gefährten erhoben und dadurch stimmfähig geworden. Und ehe Schemaja und Abtaljon starben, hatten sie abermals ihre Hände auf hillels 6aupt gelegt und ihn dadurch zum Lehrer eingesetzt. Nun war er berechtigt, eine eigene Schule zu gründen, und seine Aussprüche hatten unter seinem eigenen Namen Geltung. Als geistiges Oberhaupt einer Schule genoß er großes Ansehen, und sein Einfluß auf den Teil der Bevölkerung, der sich seiner Schule anschloß, war von maßgebender Bedeutung. Von wie großer Gefahr die Kämpfe zwischen den Parteien, besonders zwischen den Pharisäern und Sadducäern zur Zeit des Königs herodes waren, haben wir bereits nachgewiesen. Wer aber seine Religion und seine Brüder so innig liebte wie hillel, der mußte darnach streben, — da er den entbrannten Streit nicht mehr verhindern konnte, — denselben zu beseitigen und den Frieden wieder herzustellen. Wenn der Parteikampf um ihn tobte, mochte er gar oft mit dem psalmisten gebetet haben: „Flehet für Jerusalems Frieden! Ruhe sei in deinen Wauern, Ruhe in deinen Schlössern. Um meiner Brüder, meiner

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