Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 23 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Cbanukkab. Laß heut' hell die Kerzen flimmern, peil'ge, weihevolle Nacht, Laß in ihrem Glanze schimmern Alter Zeit vergang'ne Pracht! — Daß vom Feind, der sie vernichtet, Sie das Vaterland befreit, Sie den Tempel ausgerichtet, von des peiden Spott entweiht, Wo einst rasende Despoten Unser Heiligtum zerstört Und den Götzendienst geboten Unsern Vätern wahn bethört: Drin das Licht acht Tage brannte, Gott zur weihe angefacht, Der der Gnade Strahlen sandte In der Trübsal dunkle Nacht. wo das Gottvertrauen stählte Judas kleine Kämpferschar, Die der Glaube hochbeseelte, Daß ein peld ein jeder war, — CD daß heut die heil'gen Kerzen peil'ger Flammen Gluten schür' Und von neuem in die Perzen Reines Gottvertrauen führ'! Jum 25. Kislew. ^anz Israel auf dem weiten Erdenrund feiert das Chanukkah- oder Weihesest vom 25. Kislew bis zum 3. Lebet durch Anzünden der Channkkahlichter, durch Gebet und Gesang und unterhaltende Spiele. Ich fetze voraus, das; ihr die geschichtliche Bedeutung dieses Festes in der Schicke kennen gelernt habt. Außerdem findet ihr in diesem Hefte ein Lebensbild des Haupthelden der Geschichte, die unserm Feste zu Grunde liegt, Juda Makkabi, ans der bewährten Feder imseres liebenswürdigen Freundes Herrn Dr. B. Knttner: deshalb kann ich verzichten, auf die geschichtlichen Begebenheiten einzugehen. Ich will vielmehr die Frage beantworten: „Was lernen wir aus der Geschichte des Chanukkahsestes?" Wenn wir bei dem strahlenden Glanz der Channkkahlichter das herzliche „Nonus zur“ fingen, dann blicken wir in Dankbarkeit aus zu ihm, der in Sturm unb Graus Israels Schirm und Schutz war und ist, der uns aus Egyptens Sklavenjoch befreit, unsere Verbannten irr die geliebte Heiumt zurückführte, der eines Hamans Pläne vereitelte und den Makkabäern den Sieg verlieh über das mächtige Syrervolk, zu ihm, dem Hüter Israels, der nicht schläft und nicht schlummert, — ihm wollen wir für alle Zeit vertrauen! Von euch aber, meine lieben Kinder, die ihr unsere Zukunft seid, erwarten und hoffen wir, daß ihr euch Inda Makkabi zum Vorbild nehmet. Nicht Kriegslust und Eroberungssucht, nicht Ehrgeiz und Ländergier waren die Veranlasstlng zu jenen heldenhaften Kämpfen, die ohnegleichen in der Ge-