Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 21 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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317 gefleckten und schwarzen Schafe und alle gesprenkelten und weißgefleckten Ziegen in den Herden Labans fortan ihm gehören sollten. (Gewöhnlich sind in jenen Gegenden die Schafe weiß und die Ziegen schwarz). Damit war Laban zufrieden und nahm die Aussonderung noch am selbigen Tage vor. Aber nach 6 Jahren, in denen übrigens der habgierige Laban den mit Jakob geschlossenen Vertrag mehrmals änderte, hatten sich Jakobs Herden so vermehrt, daß Laban und seine Söhne neidisch und unfreundlich wurden. Da entschloß sich Jakob, zu seinen Eltern zurückzukehren, zumal auch Gottes Wort an ihn erging: „Kehre zurück in das Land deiner Väter und nach deinem Geburtsorte, ich werde mit dir sein". Er teilte seinen Entschluß seinen Frauen mit, und diese waren damit einverstanden. Da er aber fürchtete, Laban und seine Söhne könnten ihm seine Herden zurückbehalten, so benutzte er die Zeit, wo diese zur Schafschur gezogen waren, um unbemerkt von dannen zu ziehen. Aber nach drei Tagen erfuhr Laban, daß Jakob entflohen sei. Sofort setzte er ihm, von seinen nächsten Verwandten begleitet, nach und erreichte ihn an: siebenten Tag auf dem Gebirge Gilead, nicht mehr allzu weit von Kanaan. Wohl hatte er Böses gegen Jakob im Sinne: aber in der Nacht vor dem Zusammentreffen mit Jakob hatte ihn Gott in einem Traume gewarnt. So machte er denn dem Jakob mir Vorwürfe über sein heimliches Entweichen. Jakob dagegen warf dem Laban seine Habsucht und Unfreundlichkeit vor; aber endlich schieden doch beide in Frieden von einander, (Schluß folgt.) Das Kerichl Kartoffeln. in Preußischer Soldat schrieb im Frühjahr des Jahres 1793 aus dem Lager am Rhein an feine Frau im Magdeburgischen und äußerte in diesem Brief unter anderen seine Sehnsucht nach eurem Gerichte Kartoffeln. Der Brief kam gegen Abend. Der zwölfjährige Sohn des Soldaten vernahm diesen Wunsch seines Vaters, steckte den Brief zrr sich, stand des Morgens früh auf, ging in den Keller, füllte einen Quersack mit drei Metzeu Kartoffeln, nahm seinen Wanderstab und marschierte ohne Zehrpfenuig und ohne irgend jemand ein Wort zu sagen gerade nach dem preußischen Heere. Er kam glücklich bis an die Vorposten. Hier wurde er ausgefragü Er sagte die Absicht seiner Reise und zeigte zu seiner Rechtfertigung statt eines Passes den Brief seines Vaters an seine Mutter. Man lachte ihn aus, gab ihm zu essen und zu trinken und ließ ihn passieren. So kam er bei dem Heere an, fragte nach dem Regiment und der Schar, worunter