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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 21 (1898) · p. Seite 315

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
21 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 315 (sequence 16)
Language
German
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316 Sofort geht er zum Brunnen, wälzt den Stein davon und tränkt ihr Vieh. Dann aber eilt er auf sie selbst zu, giebt sich als ihren Verwandten zu erkennen und küßt sie unter Thränen freudiger Rührung. Nim eilt sie mit der Neuigkeit zu ihren Eltern, und ihr Bruder Laban führt Jakob sofort in sein Haus. Hier machte sich Jakob vom ersten Tage an nützlich, wie er sich ja schon der Rahel erst dann als Vetter vorstellte, nachdem er ihr einen Dienst erwiesen hatte. Er griff eben zu, wo es zu thun gab; denn er war an Arbeit gewöhnt. So erkannte denn Laban schnell genug, daß er an Jakob einen vortrefflichen Hirten haben würde. Daher sprach er schon nach einem Monat zu ihm: „Du bist zwar mein Verwandter, aber darum sollst du mir doch nicht umsonst dienen; sage mir also, was dein Lohn sein soll." Nun hatte Jakob die schöne Rahel vom ersten Augenblick an liebgewonnen; aber da er nichts besaß, um nach damaliger Sitte die Brautgabe und die Geschenke an die Verwandten der Braut zu geben, so sprach er zu Laban: „Ich will dir 7 Jahre dienen um deine jüngere Tochter Rahel." Er hatte ja auch nichts zu versäumen; denn je länger er bei Laban blieb, desto mehr durfte er hoffen, daß Esau seinen Groll vergessen habe. Aber die Jahre verrannen ihm, als wären es Tage; und nun verlangte er seinen Lohn, die Rahel. Das war Laban zufrieden, veranstaltete ein großes Hochzeitsmahl und führte ihm gegen Abend die tiefverschleierte Braut zu. Aber wie enttäuscht war Jakob, als er in der entschleierten Frau Rahels trübängige Schwester Lea erkannte! Bitter beklagte er sich bei Laban, aber der Listige erwiderte: „Es ist nicht Sitte an unserem Orte, daß man die jüngere vor der Älteren ausgebe. Halte aber mit dieser die Hochzeitswoche aus, so wollen wir dir auch jene geben, wenn du mir noch 7 Jahre dienen willst." Was wollte Jakob machen? Er mußte sich zufrieden geben, bekam nach einer Woche auch noch Rahel und hatte nun zwei Frauen. Hier sehen wir übrigens, wie Jakob abermals büßen muß: um den Segen Isaaks zu erlangen, hat er sich einer Täuschung bedient; jetzt wird er von Laban getäuscht. Von den beiden Frauen blieb Rahel lange kinderlos, während Lea 6 Söhne gebar. Das verursachte unter den beiden Frauen Neid und dem Jakob selbst um so größeren Kummer, als er Rahel mehr liebte. Endlich aber, nach 7 Jahren, schenkte Gott auch dieser einen Sohn, den sie Josef nannte. Nun aber, nach 14 Jahren, gedachte Jakob wieder nach Kanaan zurückzukehren, um endlich auch für sein eigenes Haus zu schaffen. Laban, dessen Herden sich unter Jakobs zweckmäßiger und gewissenhafter Pflege sehr vermehrt hatten, bat ihn sehr, noch zu bleiben und wieder zu bestimmen, welchen Lohn er dafür haben wolle. Da bestimmte denn Jakob, daß alle gesprenkelten,

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