Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 21 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 313 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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314 als sich ihnen die Wetterfahne eines benachbarten Kirchturms beinahe in greifbarer Nähe darbotZ Überrascht riefen sie den Vater, sich das seltene Schauspiel anzusehen; dieser forschte nach dem Grunde dieser sonderbaren Erscheinung, und nicht lange nachher erfand er das Teleskop. Ein armer Schweizer Namens Argand hatte sich eine Lampe hergestellt mit einem Docht. Zuerst benutzte Argand die Lampe ohne Glaschlinder, dessen wichtige Erfindung wohl noch lange auf sich hätte warten lassen, wenn er keinen kleinen Bruder gehabt hätte. Als Argand nämlich eines Abends mit seiner Arbeit vor der brennenden Lampe saß, amüsierte sich der Knabe damit, daß er eine Flasche, aus der der Boden ausgeschlagen war, über verschiedene Gegenstände stülpte. Plötzlich steckte er sie auch über den brennenden Docht, und sofort schoß die Flamme der: schlanken Hals der Flasche hinauf und leuchtete noch einmal so stark. Argand ließ sich dieses Schauspiel nicht entgehen, beinahe im Augenblick schoß ihm der Gedanke an einen Lampencylinder durch den Kopf, und in kurzer Zeit hatte er seine Erfindung in die Wirklichkeit übertragen. Man könnte dieses Kapitel wohl noch bedeutend erweitern; denn an Beispielen dafür, daß Kinder zu bedeutsamen Erfindungen Anlaß und Anregung gegeben haben, fehlt es nicht. Vielleicht befinden sich gar unter meinen lieben jungen Freunden, den Lesern des -Israel. Jugendfreundes, solche „Glückskinder". Ich werde mich freuen, die leise Vermutung bestätigt zu finden, wie ich es mit Dank annehmen werde, wenn aus der Mitte meiner Leser mir Mitteilung über sogenannte Kinder-Erfindungen gemacht würden. Biblische Lebensbilder. von Dr. B. Kuttucr in Frankfurt a. ITC. 5. 3aFob. ,akob und Esau, die Söhne Isaaks, waren Zwillingsbrüder; aber Esau galt für den Erstgeboreneil. Als solcher hatte er nicht nur Vorrechte, sondern auch Pflichten. Er wurde sowohl das Oberhaupt der Familie, als auch Herr über feinen Bruder; aber er wurde auch der Träger des göttlichen Segens, der darin bestand, der Stammvater eilies gottessürchtigen mid mächtigen Volkes zu werden, dem Gott das Land Kanaan zmn Besitze geben wollte. Danach hatte er sein eigenes Leben zu führen lmd seine Kinder in Gottessiircht zu erziehen. Daß Esail hierfür kein Verständnis hatte, daß er irdische, leicht und bald zu erlallgende Güter uild Genüsse mehr liebte als solche, die erst in ferner Zukunft winkten und ilur mit Selbstbeherrschung