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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 21 (1898) · p. Seite 312

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
21 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 312 (sequence 13)
Language
German
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313 Kampf der Parteien. Der eine will nur das ID o r t, der andere nur den Geist des Gesetzes. Und der Friedensbote ist fern, diesen Streit zu schlichten." Mit erhobenem Raupte stand hillel da, sein von Begeisterung erglühtes Angesicht der Sonne zugekehrt. Line tiefe Stille folgte feinen Worten. Da legte Schebna feine Hand auf hillels Schulter und blickte einige Zeit schweigend in seines Bruders Antlitz und sprach dann mit bewegter Stimme: „So ziehe denn hin in Frieden, und der Gott unseres Vorfahren David leite und segne dich. Vielleicht hat der Herr den Friedensboten aus Babylon feinem Volke gesandt, daß er heil bringe den Fernen wie den Nahen. Nur wer die Taubensanstmut und Milde, Bescheidenheit und Demut, Menschenliebe und Gerechtigkeit eines hillel besitzt, der kann feinem Volke ein Friedensbote werden. Lebe wohl, mein Bruder! Unsere U)ege trennen sich hier. Ich will zum Markte, hillel!" „Ich will in das Lehrhaus gehen, Schebna!" „Auf dem Markte suche ich den Reichtum." „Im Lehrhause finde ich den Frieden!" Die beiden so ungleichen Brüder umarmten sich und nahmen von einander Abschied, als sollten sie sich für ewig trennen. Aus hillels Augen rollten Thronen; Schebnas Angesicht blieb kalt und unbewegt. Lr entwandt sich den Armen seines Bruders und schritt durch das Thor in die Stadt, hillels feuchter, wehmütiger Blick folgte ihm noch lange nach. Dann wandte auch er sich langsam und gedankenvoll der Stadt zu. (Fortsetzung folgt.) Gründungen durch Kinder. Kn icht immer sind Erfindungen das Ergebnis eifriger Untersuchungen und Forschungen, häufig sind sie einem Zufall zu verdanken, wie z. B. der Purpur, das Glas u. a. m. Oft ist schon durch harmlose Spielerei eine wichtige Erfindung gemacht worden. Selbst Kinder sind bei so mancher bedeutsamen Erfindung beteiligt, und es läßt sich wohl hierauf des Dichters Wort anwenden: „Was oft der Verstand des Verständigett nicht sieht, das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt!" Man muß sich manchmal wundern, welch große Erfindungsgabe Kinder in der Zusammensetzung neuer Spielsachen bekunden. Und gar oft hat sich auch diese Erfindungsgabe als höchst nntzvoll und gewinnbringend heransgestellt. So spielten z. B. eines Tages die Kinder eines holländischen Brillenmachers vor der Thüre ihres Vaters mit einigen von seinen Gläsern. Sie legten zwei aufeinander und sahen hindurch, und groß war ihr Erstaunen,

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