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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 19-20 (1898) · p. Seite 299

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
19-20 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 299 (sequence 21)
Language
German
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299 Klein und unansehnlich war das Reisebündel in seiner Hand; denn es enthielt nur ein Unterkleid, ein Stück schwarzes Brot, einige Datteln, einen Schlauch mit Wasser und wenige Denare, die die Mutter unter großen Entbehrungen ihrem Munde gleichsam abgespart hatte. Die Sonne ging leuchtend über die Fluren Babylons aus. Da schritten Thananja und sein Weib mit ihrem Lohne aus der Hütte, um ihm noch eine Ltrecke Weges das Geleite zu geben. Die Eltern weinten, hillel erkannte die Ursache ihres Kummers. Deshalb tröstete er sie mit sausten, frommen Worten, indem er sprach: „Weinet nicht, Ihr vielgeliebten Eltern, und die Sorge um meine Zukunft mache Euch das Herz nicht schwer. Ich bin dessen gewiß, daß Not und Mangel "mich nicht niederbeugen werden; denn es heißt ja in der Schrift: „Wer sich der Thora ergiebt, wird leben!" Auch in Nahardea kann ich mit diesen fänden für meinen Lebensunterhalt arbeiten. Was brauche ich mehr als trockenes Brot und wenig Salz. Beides schafft mir meines Armes Kraft unter Gottes Beistand." Da legte der Vater segnend seine Hände auf hillels Haupt, drückte einen heißen Abschiedskuß auf seine Lippen und betete! „Der Herr segne und behüte Dich! Ziehe hin in Frieden, lerne Gottes Wort, um es einst zu lehren zum Ruhme Gottes und zum heile Israels." Auch die Mutter segnete ihn, und hillel trat seine Wanderung an in die weite fremde Welt, einem ungewissen Schicksal entgegen; doch mutig und unverzagt in der Kraft des Glaubens und des Gottvertrauens, gehoben und getragen durch die Begeisterung für Gottes heiliges Wort. Nach mancherlei Entbehrungen und Widerwärtigkeiten erreichte Mittel glücklich Nahardea. Diese Stadt war von lerneifrigen Jünglingen und Männern überfüllt, die alle als Tagelöhner sich ihren Unterhalt erwarben. Auch hillel wollte sich durch der Hände redliche Arbeit fein Brot verdienen; doch ihm, dem fremden Jüngling, der so schwach und elend aussah, wollte niemand Arbeit anvertrauen. Und ob er auch nur trockenes Brot aß, auf der Erde schlief und seine Bedürfnisse so sehr einschränkte, daß er nach emsigem Studium sich oft mit nagendem Hunger niederlegte, schwanden bald die wenigen Denare, die ihm die Mutter mitgegeben hatte. Um nicht betteln zu müssen, kaufte er sich für den Rest des Geldes eine Art und wurde ein Holzfäller wie sein Vater. Wieder trug er die Holzbünde! zum Markte, wo er sie verkaufte. War er dann mit dem Verkaufe früher fertig geworden, dann gesellte er sich der Zunft der Wasserträger zu und verdiente sich durch Wassertragen noch einige Drachmen. Wenn er dann in der Nacht im Lehrhause saß und durch erhöhten Eifer und Fleiß das nachzuholen suchte, was er durch die Tagesarbeit im

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