Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 19-20 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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297 ihm trübe bei seinem emsigen Studium leuchtete, so leuchtete er ihm alle Nächte hindurch. Jahre waren dahingegangen. Ehananja war älter und sein Weib kränklich geworden. Noch immer tönte des Holzfällers Art im Walde, und Mittel sah man jeden worgen mit seiner Bürde zum warkte gehen und dann den Rest des Tages seinem Vater im Walde beim Holzfällen helfen. In der Nacht aber schöpfte er Trost und Erholung aus der h>apyrusrolle mit den heiligen Schriftzeichen. Immer glänzender entwickelten sich bei diesem Studium hillels Geistesgaben. Ulit stolzer Freude merkte dieses der Vater. Eines Tages sagte er zu seinein Weibe: „Unser hillel hat nun das Alter erreicht, wo auch er sich einen Lebensberuf erwählen muß. Seine trefflichen Geistesfähigkeiten, womit ihn Gott begnadet hat, sagen mir, daß er ein Licht für Israel werden könnte, wenn er unter der Leitung jener weisen Ulänner der Hochschulen zu Nahardea und Jerusalem seinen Geist in der Lehre Gottes weiter ausbildete. Und doch kann ich ihn nicht ziehen lassen; denn er ist ja die Stütze unseres Alters und durch seine Uutarbeit fast unser Ernährer. Lassen wir ihn von uns, dann wird die Not in unserm Hause wachsen, doch unseres Rindes ewiges Glück wird emporsprossen aus den starken wurzeln der Thora." Diese letzte Hoffnung bannte alle Sorge der Eltern und ließ sie die eigene Armut vergessen; denn treue Elternliebe ist für ihre Rinder auch zu dem schwersten Opfer bereit. Wieder war es ein herbstabend im Walde. Ehananja hatte seine Arbeit beendet, setzte sich auf ein holzbündel und legte seine Art neben sich, hillel warf sich zu Füßen seines Vaters ins weiche woos und blickte mit Verehrung und Liebe zu ihm auf. „höre, mein Rind", sprach nach einigem Schweigen Ehananja, „ich habe in dein Herz geschaut und kenne die stille Sehnsucht darin, deinen Wissensdurst an der heiligen (Huelle zu stillen, die nur zu Jerusalem und Nahardea dem Dürstenden die süße Labe spendet, was ich im Unterrichte dir geben konnte, und was du selbst in deinem Eifer zu lernen vermochtest, das ist längst dein Besitz geworden. Doch dein Geist würde verkümmern, wolltest du ferner dein holzbündel zum warkte tragen, um zuletzt nur ein Tagelöhner zu bleiben. Darum, mein Herzensgeliebter Sohn, ziehe nach Nahardea und lausche den Vorträgen der weisen jüdischen Lehrer Babylons, „trinke mit Lust aus der Quelle der Weisheit", lerne und forsche, daß auch dem Licht einst strahle in Israel wie die worgenröte am Himmel." hillel war bei diesen Worten des Vaters aufgesprungen und blickte ihn mit Thränen in den Augen an. Der Vater selbst wollte, daß er das Elternhaus verlasse, um erfüllt zu sehen, wonach sein Herz in stiller Sehn-