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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 19-20 (1898) · p. Seite 296

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
19-20 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 296 (sequence 18)
Language
German
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296 erhellt? Das ist der Stern, der der Zukunft unseres hillel leuchtet; er begleitet seinen Schritt durch das finstere Thal, wie dieses Licht die Welt erleuchtet, so möge unser Lchllel einst eine Leuchte in Israel werden und die nach den, Gottesworte Schmachtenden und Dürstenden sättigen und erquicken, wie er die arme Witwe labt und stärkt." Indessen war die Nacht wieder finster geworden, Der Stern trat hinter die Wolke zurück. In den Baumwipfeln des nahen Waldes rauschte es immer lauter und wilder, prasselnd fiel der Regen nieder und trieb die in banger Sorge aus ihren Sohn harrenden Eltern in die Jütte zurück. Schebna und seine Geschwister hatten sich bereits zur Ruhe begeben. Thananja und sein Weib wachten noch; denn die Sorge um ihren Lchllel scheuchte den Schlaf von ihren Wimpern. Endlich kehrte der Knabe heim. Seine Kleider waren durchnäßt, aber seine Augen leuchteten in einer glückseligen Freude, wie sie nur eine gute edle That hervorzaubern kann. Bald darauf begaben sich auch die Eltern zur Ruhe, aber der totmüde yillel gönnte sich noch keinen Schlaf. „Der Tag sollte der Arbeit geweiht sein, die Nacht dem Studium des heiligen Gotteswortcs", hatte er zu seinen, Vater gesagt. Damit wollte er jetzt den Anfang machen. Er ergriff den brennenden Kienspan und trug ihn in einen entlegenen Winkel des yauses, wo er ihn in einen Spalt der L)olzwand steckte; dann ergriff er eine Papyrusrolle, die Ynit hebräischen Schriftzeichen bedeckt war, und hatte sich bald in den Inhalt derselben so sehr vertieft, daß er gar nicht merkte, wie eine Stunde nach der anderen dahineilte und im Osten sich der Himmel zu erhellen begann. Endlich erhob er sich von seinem niedrigen Schemel, rollte die Schrift zusammen, küßte sie andächtig und betete: „Gelobt seist Du, Ewiger, der Du uns die Thora gegeben hast!" Dann suchte er sein ärmliches Lager auf, uni in kurzem Schlafe für das beginnende Tageswerk Kraft zu sanuneln. Kauni war es hell geworden, da erhob sich Thananja von feinem Lager, leise, um die andern nicht zu wecken. Doch Billel erwachte. hurtig sprang er auf, schöpfte Wasser aus den, Brunnen, wusch sich, verrichtete sein Alorgengebet, trank ein wenig Wasser und aß ein Stückchen Brot. während der Vater mit der Art auf dem Rücken zun, Walde schritt, hob hillel das schwere holzbündel auf seinen Rücken uud wunderte zuni Markte, um dort das Bolz für wenige Denare zu verkaufen. Im Gehen betete er leise einen Psalm. So trieb er es heute und inorgen; so vergingen Monate und Jahre, und der Knabe wurde seinen Eltern eine Stütze in ihren: schweren Lebensberufe, und treulich erfüllte er so das fünfte Gebot. Bei seiner Arbeit vergaß er aber nicht seine Liebe zun, Studiuni des heiligen Gotteswortes, wie in jener vorerwähnten Bucht in der Bütte der Kienspan

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