Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 19-20 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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‘288 Und wie dankbar freundlich nahmen es die Leute an und wallten auch gar nicht glauben, daß ein Mensch dein andern so hilfreich uneigennützige Dienste leisten könne. Was dann einer im Orte thnt, das wird der ganzen Gemeinde zugerechnet, und die fremden sagen daheim und wohin sie sonst kommen: ,,'sit N. giebt es bösliche Leute wie sonst nirgends!" Und bringt solche Höflichkeit auch keinen umnittelbaren stutzen — denn wenn man sie sich bezahlen lägt, io ist sie keine Gefälligkeit und Höflichkeit mehr —, so bringt sie doch Land und Ort, in guten Ruf. Auch kommt wohl einmal eine Gelegenheit, bei der dir die Gefälligkeit unerwartet vergolten wird. So ging es mir z. B. mit der Frau, der ich bei den: Konzert meinen Platz abtrat. Ich hatte viele Jahre darauf in der Residenz in Gemeindeangelegenheilen zu thun; dabei sollte und nennte iw mit der höchsten Landesbehörde selbst Verkehren. Du lieber Himmel: wenn unsereiner in eine so große Stadt konemt, sieht er den Wald vor lauter Bäumen nicht, weiß nicht, wo ans noch ein. Da stand ich aus der großen Schloßstraße und gante die hohen Häuser all und sann, wie ichs allfangen sollte, um vor die rechte Schnnede zu kommen. Ans eimnal ruft eine weibliche Stimme: ,,He, lieber Mann, ivas suchen Sie denn?" Ich setze ans, und — wunderbar — es war die Frau Volt deill Konzerte. Ehe ich noch den Hllt recht abziehen konnte, staild schon ein Diellstnlädchen neben mir, das lnich eiitllid, hinauf ins Zimmer zu kommen. Daß ich es kurz mache! Hier war ich all die rechte Schnliede gekonlinen. Der Malln der Frau lvies mir die Wege, gab mir Rat, lllld •— illeille Angelegenheit wurde bald und gut zu Ende gebracht. Wer hätte nur damals in deiil Saale gesagt, daß der Mann jener Frau in die Hauptstadt befördert werdeil und mir für solche geringe Höflichkeit ein zehnfacher Bergelter sein roerde. Kurz, Höflichkeit macht Edelmann mxb Bürger, jung und alt, Mann und Weib beliebt. Wer's besser wißen will, versuch es mit der Unhöflich feit. Er wird wohl sehen, wie weit er kommt. Das Simljcdriii. Pou I. Uerz b e r g - Aremberg. jas Stznhedrin, eigentlich das „große Stznhedrin", auch „Svnhed rion" oder „Sarltzedriil" genannt, war die höchste Behörde in Staats-, Rechts- und Religionsangelegenheiten der Juden in Palästiila in der zweiteil Hälfte des ziveiteil jüdischeil Staatslebens uild zmn Teil llach demselben. „Stznhedrin", hebräisch: „Sanhedrin" ist eine dem Griechischeil entnommene Bezeichnung für eine Ratsversainmlung, benetzend aus anerkaunteu, gereisten Männern, die mit der Leitung allgemeiner An gelegenheiteu betraut waren. In Athen, Sparta, Karthago nannte mall