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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 19-20 (1898) · p. Seite 285

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
19-20 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 285 (sequence 7)
Language
German
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285 bleibt mir noch die Nacht. Nur dann erst, wenn auch meine Faust schwielig ist und inein Rücken voller Striemen von der Cast des Holzes, das ich zum Ularkte tragen will, wird mich das Studium glücklich machen." Er barg sein Haupt an die breite Brust des Vaters und blickte ihn in spannungsvoller Erwartung an. „Nu hast mich getröstet, mein Sohn", sagte Ehananja und blickte Billel voll Liebe in die sanften Augen. „Nun werde ich meine Armut leichter tragen, da ich weiß, daß die Not die Schwingen deines klugen Geistes nicht lähmen wird. Arbeite und lerne, damit du einst eine Leuchte in Israel werdest, daß durch dich Licht in unsere arme Hütte hineinstrahle. Nach diesen Worten beugte sich der Holzfäller zur Erde, um die schwere Last X70I5 aus seinen Rücken zu heben. Doch der junge hillel sprang schnell hinzu, ergriff, ehe der Vater es hindern konnte, die zusammengebundenen Hölzer und hob sie nicht ohne Blühe aus seine schwachen Schultern, daß er nun von der Last gebeugt vor seinem Vater stand. „Nicht doch, Vater," wehrte er, als dieser ihm die holztracht wieder abnehmen wollte, „laß mich das Gebot der Elternverehrung erfüllen und dir eine Bürde abnehmen, die deinen müden Schultern zu schwer ist." Ehe der Vater daraus etwas erwidern konnte, schritt der gute Sohn dem Ausgange des Waldes zu. Ehananja folgte ihm. Ob sie auch vor Hunger zitterten, und ob vor Wattigkeit ihre Glieder bebten, so strahlte doch Freude aus ihren Augen, so oft sie sich ansahen. Aus des Vaters Augen leuchtete Vaterstolz, und aus den Blicken des Anaben strahlte treue kinderliebe, die glücklich ist, den Eltern Helsen und ihnen ein Tröster sein zu können. Der weg war ziemlich weit. Im Walde war es finstere Nacht geworden. Nein Stern beleuchtete ibren j?fad. Immer wilder und lauter rauschte es in den Zweigen und Büschen. Die beiden Wanderer achteten es nicht. Sie sprachen von heiligen Dingen der Thora und kürzten durch lehrreiche Unterhaltungen sich gegenseitig den weg. Ehananja lehrte, und hillel lauschte gespannt unter seiner Last gebeugt. So kamen sie endlich nach Jause. Vor der Thür stand eine alte, ehrwürdige Frau mit edlem sanften Gesichte, umgeben von einer Uinderschar. Als sie die beiden Ankommenden erblickte, eilte sie ihnen voll Freude entgegen. „Gelobt sei der Gott unserer Väter", ries sie, „der Euch glücklich durch Wetternacht geleitet hat!" Sie küßte zärtlich ihren Gatten und trocknete ihm mit einem Tuche das feuchte Gesicht. hillel, der seine Bürde zur Erde geworfen hatte, trat zur wutter und küßte ihr ehrerbietig die Hand. Sie aber beugte sich zu ihm, fuhr ihm liebkosend durch das volle wellige haar

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