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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 19-20 (1898) · p. Seite 284

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
19-20 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 284 (sequence 6)
Language
German
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284 Thananja stützte sich schwer auf den langen Stiel seiner Art, sah eine Weile stumm auf seinen Anaben und sagte dann: „Du bist wie immer mein guter, liebevoller hillel, der sich schon um seinen Vater sorgt, wenn ihm nur der Lchweiß von der Stirne rinnt. Doch ängstige dich nicht mein Lohn, nach schwerem Tagewerk wird „süß der Lchlas des Arbeiters sein." Linnend blickte er zum nächtlich schwarzen Himmel empor. Dann fuhr er seufzend fort: „Nun nmß ich rasten, weil die Nacht mir Ruhe gebietet, und doch möchte ich noch weiter schaffen zu des Lebens Notdurft. Was ich mit meinen fänden erarbeite, reicht nur hin für trockenes Brot und gedörrte Datteln, um damit den junger zu stillen. Doch du gehst barfuß, deine Aleider sind zerrissen, und ich, — ach, ich habe nichts, dir Lchuhe und Gewänder zn verschaffen. Bald kommt der Wintersrost und wird deinen Aörper mit eisiger Aälte durchbeben. Die Dornen des Waldes verwunden deine Füße, und ich kann es nicht von dir wenden." Der große, starke Wann küßte seinen Lohn, und heiße Thränen rannen ihn: über die Wangen. „Ach, du armes Aind", — sagte er, „es bricht mir das Herz, wenn ich deine bleichen Wangen sehe, die von Hunger, Not und Entbehrung reden, deinen großen Urahn David schmückte einst der Aönigsmantel, und du, sein frommer Enkel, trägst ein Bettlerkleid!" Der Holzfäller hatte sich laut schluchzend auf einen holzhausen geworfen und verhüllte sein thränenüberströmtes Angesicht mit beiden Händen. Da beugte sich hillel zu seinem Vater nieder und küßte ihn: die Thränen von den durchfurchten Wangen. „Vater!" sprach er, „klage nicht über unsere Armut, auch sie ist ein Geschenk des allgütigen Vaters, und wir müssen ihm dafür preisen. Er giebt uns noch Brot und läßt uns Datteln reisen. Ist das nicht genug zum Leben? Lehrtest du mich nicht selbst das Wort meines^ großen Ahnen David beten: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln, durch grünende Auen leitet er mich." Darum wollen wir mit Geduld tragen, was Er in seiner Güte uns auserlegt. Einnml muß die Armut enden; denn „der Herr richtet auf vom Ltaube den Armen und erhebt den Dürftigen, um neben Fürsten ihn zu setzen." „Teurer Vater", rief er flehend, „laß mich auch fortan Holz im Walde fällen und für dich, die teure Mutter und die Geschwister arbeiten, uni Euer Elend zu mildern." Und als Thananja abwehrend sein Haupt schüttelte, ries der Anabe dringender: „Du hast es mir bislang gewehrt, um mich den: Ltudium der heiligen Thora nicht zu entziehen. Doch jetzt, da unsere Not immer höher steigt, laß mich das Thorastudium mit einer nützlichen körperlichen Arbeit verbinden. Am Tage will ich ein Holzhauer sein, zum Ltudium

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