Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 18 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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275 Hebräischen und das Neue ans den: Griechischen. Dieses letztere war zum Herbst 1522 fertig, das Alte Testament aber erst 1532; denn dieses machte ihn: viel mehr Mühe. Aber er war unermüdlich unb besserte beständig; er ging zu den Schlächtern, um die Ausdrücke für die inneren Teile der Schlachttiere zu erfahren; am Hofe erbat er sich die Juwelen zur Altsicht, um die Namen der Edelsteine kennen zu lernen. Hebräisch hat er nicht nur ans jüdischem Munde gelernt, sondern sein Bibelwerk zeigt auch Spuren des berühmten jüdischen Bibel- und Talmnderklärers Raschi (1040—1105), Freilich hat er nicht Raschi selbst gelesen. Aber der gelehrte und berühmte Nicolans von Lyra, der 1340 in Paris gestorben ist, und ben Luther benutzt hat, hat sich namentlich an Raschi gehalten. Luthers Übersetzung ist bis heute die berühmteste geblieben. Durch sie ist das Bibelwort dem ganzen deutschen Volke bekannt geworden; die Sprache Luthers aber ist die Sprache der Gebildeten geworden. Während früher ein Süddeutscher z. B. anders schrieb als ein Norddeutscher, schrieb man schon 100 Jahre nach Luther in ganz Deutschland dasselbe Hochdeutsch. Alle noch im l7. und 18. Jahrhundert versuchten Übersetzungen stehen weit hinter der Lnther'schen zurück. Ein beachtenswertes Werk aus neuerer Zeit ist das „Bibelwerk" von Bunsen (1858—1869); eine bedeutende Leistung ist das tu neuester Zeit (1894) von Kautzsch int Verein mit mehreren Gelehrten heransgegebene Werk: „Die heilige Schrift des Alten Testaments" im Anhänge ein Verzeichnis der Eigennamen, Maße und Gewichte eine Übersicht über die Geschichte der Israeliten und ein Abriß des alttestamentlichen Schrifttunts. Alle Übersetzungen aber gehen auf Luther zurück und bessern nur da, >vo er geirrt hat. In der katholischen Kirche fiub nach Luther auch mancherlei Übersetzungen angefertigt worden; sie beruhen alle natürlich auf der Vulgata, obgleich sie auch den Urtext berücksichtigen. Am gebräuchlichsten ist die Übersetzung von Allioli. Bon Juden für Juden ins sogenannte Jüdisch-Deutsch übersetzt ist die Bibel teilweise oder vollständig schon vor Jahrhunderten. Die 5 Bücher Moses mit den sogenannten Hat'toros (d. h, den für jeden Sabbat bestinunten Abschnitten aus den Propheten) und der: Büchern Esther, Hohelied, Ruth, Klagelieder Jeremias und Kohelet erschienen übersetzt im Jahre 1583 zu Basel. Jüdisch-deutsche Übersetzungen der ganzen Bibel Alten Testaments erschienen zu Amsterdam von Jekntiel Blitz 1676—1679, von Jesef Witzenhausen 1677 und eine dritte im Jahre t755. Diese Übersetzungen sind, wie gesagt, jüdisch-deutsch, also kein Deutsch, wie es Ehristen sprechen. Es ist vielmehr ein Deutsch, in welchem sich viele hebräische Wörter ans der Bibel 'und dem Talmud finden; ferner viele