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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 18 (1898) · p. Seite 276

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
18 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 276 (sequence 14)
Language
German
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276 Wörter, die zwar deutsch, aber heute nicht mehr vorhanden sind, sondern sich nur noch bei den Juden erhalten haben. Kein Wunder! Lebten sie doch so abgeschlossen von aller Welt und nahmen am Leben in Staat und Litteratur so wenig teil, daß sie nicht merkten, wie die Sprache anders wurde und also noch Ausdrucke gebrauchten, die die Christen längst nicht mehr hatten. Dazu konunt noch, daß viele hebräische Wörter, namentlich Zeitwörter und Partizipien, mit deutschen Endungen und Hilfsverben gebraucht werden. Damit ihr das besser verstehet, soll auch der Jugendfreund nächstens einmal eine Geschichte in Jüdisch-deutsch bringen. Die erste hochdeutsche Übersetzung für Juden ist die von dein berühmteil Philosophen und Gelehrter: Moses Mendelssohn (1729—1785). Er über setzte die 5 Bücher Moses eigentlich nur für seine Kinder und gab sie erst auf dringendes Zureden heraus. Von ihm übersetzt fiub auch die Psalmen. Sein Pentateuch mit den Psalmen erschien 1783. Die Pentateuch-Übersetzung ist für die Juden von gewaltiger Bedeutung gewesen°, aus ihr lernten sie die reine deutsche Sprache kennen; durch diese Sprache aber wurden sie erst fähig, die deutsche Bildung in sich anfznnehmen. Die Übersetzung der ganzen Bibel, von feinen Schülern und Freunden fortgesetzt, erschien 1824 und dann öfter; z. B. 1864 in Pest bei Löwy's Sohn. Eine neue Übersetzung begann Josef Johlsohn (1777—1851), kan: aber nur bis zur Hälfte; andere Gelehrte übersetzten überhaupt nur einzelne Bücher. Eine vollständige Bibel in deutscher Sprache, eine „Volks- und Schulbibel" gab der Hamburger Prediger Dr. Gotthold Salomon im Jahre 1837 heraus. In demselben Jahre erschien auch die sog. Zunz'sche Bibel. Zunz selbst übersetzte zwar nur die Bücher der Chronik, während Fürst, Arnheim und Mich. Sachs die anderen Bücher übersetzten, aber Zunz leitete das ganze Unternehmen. Diese Bibel ist ziemlich verbreitet. Recht hübsch und lehrreich ist das „Bibelwerk" von Philippson; es bietet den hebräischen Text, die deutsche Übersetzung nebst Erklärungen und zahlreichen Abbildungen und manches andere. Auch mit den berühmten Bildern von Dore ist sie als „Bibel für Israeliten" erschienen: ein schönes Prachtwerk für's Haus; ihr findet es auf dem llmschlag des Jugendfreund für 50 Mk. angeboten. Damit will ich meine Übersicht über die hauptsächlichsten Bibelübersetzungen schließen. Selbstverständlich giebt es in allen Ländern, wie in Frankreich, England u. a. Übersetzungen in der Landessprache: doch darauf einzugehen, würde uns zu weit führen.

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