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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 18 (1898) · p. Seite 273

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
18 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 273 (sequence 11)
Language
German
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273 würde alles, was sie besitzt, für die Wiedererlangung des für sie unschätzbaren Gegenstandes hergeben. Nabbi Hillel hatte aufmerksam zugehört. Ein Strahl der Freude leuchtete aus seinem Gesichte; war er ja doch im Stande, seinem Gaste eine stohe Mitteilung zu machen, dergleichen that der fromme Mann von Herzen gern. „Vielleicht wird es mir gelingen, das Mädchen zu trösten", sagte erlächelnd. „Wohl, Ihr seid weiser als ich, Rabbi", erwiderte Batyra. — „Was ich Noemi zu sagen habe, geht aus keiner besonderen Weisheit hervor, und doch weiß ich, daß die Worte, die ich an sie richten werde, die Traurigkeit von ihr nehmen werden, sie wird fröhlich sein, ja stöhlicher noch als zur Zeit, wo sie noch die Kapsel besaß." Batyra schüttelte das Haupt. „Ihr zweifelt daran? Nun, Ihr werdet Euch nachher darüber äußern, ob ich übertrieben habe." „Gut, mm wie lauten die Worte, die ihr Noemi zu sagen habt? Darf ich sie vielleicht hören?" „O ja. Sie lauten: Die verlorene Kapsel befindet sich in guten Händen, sie ist im Besitz eines jungen Mannes, der in jedem Augenblick bereit ist, sie der Eigentümerin zurückzuerstatten." „Was sagt Ihr da, Rabbi?" Der junge Mann hat sie käuflich an sich gebracht. Ein Araber bot sie ihn zmn Kaufe an, der sie wahrscheinlich gefunden hatte." „Gott sei Dank!" rief Batyra erfreut aus, „und ich will nicht säumen, Noemi davon Kenntnis zu geben. Wer ist der junge Mann, der sich nun im Besitze der Kapsel befindet?" „Es ist Josua, der Sohn Chamas." „Josua, der Bruder Ukwos?" rief aufs höchste erstaunt Batyra. „Gott ist gerecht; es ist eine sichtbare Fügung des Himmels, daß einem Mitgliede des Chama Gelegenheit geboten ward, einen Teil des schuldigen Dankes abzutragen, zu dem Noemi durch ihre mutige Fürsprache für Ukwo bei dem Könige die Familie verpflichtete!" Unverzüglich brachte Josua die Kapsel der Retterin seines Bruders, die sich allen Dankesbezeugungen bisher geflissentlich entzogen hatte. Wie groß die Freude Noemis war, wie ihre Dankbarkeit keine Grenzen and, und wie glücklich Josua war, ein so edles Herz erfreut zu habeu, das läßt sich nicht beschreiben. Noemi hatte itod) oft Gelegenheit sich von der Gelehrsamkeit und den Tugenden Josnas zu überzeugen. Kein Wunder, daß sie Neigung zu ihm faßte, und da Josua auch sie schätzte und liebte, so wurden sie ein glückliches Paar, und Rabbi Hillel und beider Eltern gaben ihnen den Segen. Ende.

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