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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 18 (1898) · p. Seite 272

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
18 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 272 (sequence 10)
Language
German
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272 tümer zu ermitteln? Diese und ähnliche Fragen und Vermutungen tauschten die Jünglinge auf dem Heimwege aus, den sie sofort antraten. Eben war Rabbi Hillel aus freru Lehrhause gekommen. Sein Blick traf fragend die eintretenden Jünglinge. „Ihr seid schon vom Feste zurück?" sprach er, „wie kommt das? Ich halte dafür, daß die Jugend ihr gutes Recht gebrauche und solche Gelegenheiten zur Belustigung nicht unnütz vorübergehen lasse, sondern sich freue mit den Fröhlichen und sich vergnüge mit den Lustigen." „Da hast bu wohl Recht, lieber Vater," erwiderte Simon, „allein ein sonderbarer Umstand veranlaßte ims zur schleunigen Heimkehr." Indern er dem Vater die Kapsel reichte, stagte er: „Erinnerst du dich, lieber Vater, diesen Gegenstand vor Jahren gesehen zu haben?" Der Rabbi besah die Kapsel aufmerksam, dann sprach er: „Wohl erinrrere ich mich, diesen Goldschmuck schon einmal gesehen zu haben. Es ist jedoch schon eine lange Zeit inzwischen dahingegangen —". Er sann nach. „Wie?" fuhr er dann fort: „War es nicht diese Kapsel, die mir einst Ukwo, — ja, Dein Bruder, Josua, überbrachte, daß ich ihm Aufklärung über eine sich darin befindende Schrift geben sollte?" „Ganz recht, Rabbi", erwiderte Josua, indem er die Kapsel der Hand des Rabbi Hillel wieder entnahm — „Erlaubt, Rabbi, daß ich den Verschluß derselben öffne, damit Ihr Euch davon überzeugt, daß der Inhalt noch derselbe ist. „Ja," sprach der Rabbi, als er einen Blick in die geöffnete Kapsel gethan — „Ja das ist der Pergamentstreifen und dieselbe Schrift — aber wie kommt Ihr heute zu diesem Gegenstand?" Josua erzählte ihm, daß er die Kapsel auf dem Festplatze von einem Araber gekauft habe. „Der Mann wird die Kapsel wohl gefunden haben?" meinte Hillel. Josua nahm einstweilen die Kapsel an sich. Als er sie bei der Heimkehr seinen Eltern zeigte, waren diese nicht wenig überrascht. Am meisten aber war Ukwo verwundert, die Kapsel wieder zu sehen, die er mit Lebensgefahr einst der unglücklichen Königin Mariamne zustellte. Tags darauf besuchte Nachmann Batyra den von ihm hochverehrten Rabbi Hillel. Er schilderte ihm beit glänzenden Verlauf des Festes. „Wer diese Freude nicht gesehen hat, hat noch keine rechte Freude gesehen," sagte er mit Begeisterung. „Um so schnrerzlicher ist es mir, daß der Jungfran Noemi, deren Besuches wir uns öfter zu erstellen haben, die Freude gestört wurde durch einen Verlilst, über den sie untröstlich ist. Eine goldene Kapsel ists, die sie zum Andenken von unserer Königin — Friede sei mit ihr! — erhalten hatte. Das Mädchen ist über alle Maßen rmglücklich dariiber mrd

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