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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 18 (1898) · p. Seite 271

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
18 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 271 (sequence 9)
Language
German
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271 anschanend, indem er das Mißtrauen zu überwinden suchte, das jener ihm einflößte. Die Araber standen nämlich mit Bezug auf ihre Ehrlichkeit nicht im besten Rufe. Der Verkäufer holte, nachdem er sich erst umgesehen, einen Gegenstand aus seiner Tasche Herbor, der durch die ihn umschließenden Finger glitzerte und funkelte. Als er seine Hand öffnete, sahen unsere Freunde zu ihrer größten Überraschung jene Kapsel, die sie vor etwa nenn Jahren aus ihrem Gange zu dem heiligen Manne gefunden, und welche sich später als Eigentum der Königin erwiesen hatte. Die Jünglinge mußten sich beherrschen, ltm den Araber ihre Verwunderung nicht merken zu lassen. „Gieb her," sagte Simon mit erzwungener Gleichgültigkeit — „Gieb her, daß wir das Ding näher betrachten." Nur zögernd gab der Araber der Goldschmuck aus den Händen. „Wie bist Du zu diesem Gegenstand gekommen, und glaubst Du, daß er von Gold ist?" „Wie ich dazu gekommen bin, kann euch doch gleichgültig sein, und daß er von Gold ist, das ist so wahr, als wie die Sonne dort oben am Himmel steht." „Und was verlangst Du dafür?" fragte Josua. „Zehn Denare," sagte der Araber, seinen verschmitzten Blick auf Josua richtend. „Ihr fordert viel", sagte dieser entschlossen, die Kapsel nicht mehr aus den Händen zu geben. „Könnt Ihr es mir nicht billiger ablassen". Der Araber sah sich scheu nach allen Seiten um: „9hm so gebt mir 8 Denare, und laßt mich schnell weiter gehen, damit ich meine Feigen verkaufe." „Hier ist das Geld!" Der Araber nahm die blinkenden Münzen und verschwand bald darailf in dem Menschengewimmel auf dem Festplatze. „Sonderbare Fügung," sagte Josua, „die Kapsel wieder in unseren Händen, zweifellos dieselbe, die wir vor neun Jahren da gefunden hatten. Wer mag sie nur bis dahin besessen haben? denn ob es Ukwo damals gelungen ist, sie der Königin zu überbringen, hat man niemals erfahren." Josua öffnete die Kapsel. Noch lag der Pergamentstreifen mit der geheimnisvolleil Schrift darin, aber nicht mehr so rein und hell wie dmnals; die runden Flecken, die das Pergament anfwies, rührten von Wassertropfen, jedenfalls von Thränen her. Wem mag die Kapsel zuletzt gehört haben? Wie ist der Araber in ihren Besitz gekomnren? Was ist zu thun, um den rechtmäßigen Eigen-

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