Mannheim
Compact Memory

Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 18 (1898) · p. Seite 268

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
18 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 268 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9620171-9622086-9622433--1214-9622439
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

268 Man ließ ihn jedoch nicht zu Worte kommen. Dagegen wurde Ort und Stunde festgesetzt, wo der Überfall geschehen sollte. Noch befand inan sich in der Besprechung über die dabei zu treffenden Vorkehrungen, als Plötzlich tosender Lärm in die Schlucht drang. Laute Rufe und Waffengeklirr wurden vernommen. Ein jäher Schreck durchfuhr die Versammlung, und die jungen Leute sahen einander betroffen an. Was hatte das zu bedeuten? Daß sie verraten und vom Feinde umringt seien, wurde ihnen bald klar. An ein Entkommen oder eine erfolgreiche Verteidigung war nicht zu denken. Was ihrer Gefangennahme aber folgen würde, dessen waren sie sich bewußt. Deshalb war jeder entschlossen, lieber deu Heldentod zu sterbeu. als die Schmach der Gefangenschaft zu erdulden. Mit geschwungenen Schwertern stürzten sie aus der Höhle. Aber nur wenige Schritte, und sie sahen sich in einem Kreise wohlbewaffneter Soldaten. Ihre Aufforderung, sich auf Gnade oder Ungnade zu ergeben, beantworteten die Hasmonäerrächer mit einem kühnen Angriff. Ein verzweifelter Kampf entstand. Trotz heftiger Gegenwehr nmrden die jüdischen Jünglinge von der Übermacht überwältigt und die Schar ausgerieben. Nicht einer der Jünglinge entkam. Wer nicht getötet oder schwer verwundet auf dem Platze blieb, wurde von den Soldaten in Ketten gelegt und gefangen fortgeführt. Unter den Gefangenen befand sich auch Ukwo. So endigte die Schar der Hasmonäerrächer, der es zwar nicht an Begeisterung und Tapferkeit, wohl aher an Besonnenheit fehlte, XIII. l letztes) Kapitel. Die Rapse!. Etwa acht Jahre sind seitdem vergangen. Gar Vieles hat sich inzwischen verändert. Nur Herodes wandelt nach wie vor die Bahn der Grausamkeit. Die gefangenen Hasmonäerrächer erfuhren seinen ganzen Zorn — sie wurden öffentlich hingerichtet. Ukwo jedoch war dem traurigen Geschick seiner Freunde entgangen und obliegt jetzt wieder seinem Beruf mit Eifer und Fleiß. Wie ist es nur gekommen, daß gerade Ukwo von der Hinrichtung verschont wurde? so wirst du, lieber Leser, mit Recht fragen. Der lieblichen Noemi verdankte er seine Rettung. In ganz Judäa hatte sich schnell die Schreckensnachricht von der Vernichtung der Hasmonäerrächer verbreitet, und ein Wehegeschrei über den Verlust der hoffnungsvollen Jünglinge erhob sich aller Orten. Unter den Weheklagenden befanden sich auch Ehama und seine Frau, die Eltern Ukwos. Ihr Schmerz war grenzenlos. Verzweiflung trieb den unglücklichen Vater in das Haus Nachmann Batyra's, den er unter heißen Thränen anflehte, sich für seinen Sohn Ukwo beim Könige zu verwenden. Doch seit dem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.