Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 18 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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267 folget mit Andacht und in Sammlung dem Gottesdienste, richtet eure Gedanken nur auf das, was euer Mund ausspricht, besonders wenn ihr das Sündenbekenntnis sprechet, das mehrere Male während des Versöhnungstages gesprochen wird. (Eine Betrachtung des Sündenbekenntnisses enthält No. 18 des vorigen Jahrganges unserer Zeitschrift.) Und nun das dritte Mittel, die Mildth ätigkeit-Zedokoü. Sie ist der Höchste Grad von Güte: nicht ohne Grund heißt Zedokoh auch Gerechtigkeit. Milde Gaben an Anne und Dürftige ansteilen, und so die Not lindern helfen, macht den Geber ebenso glücklich wie den Empfänger, besonders wenn dieses in schonender Weise und möglichst unbemerkt geschieht. Die richtige Art der Mildthätigkeit ist diejenige, bei der Geber und Empfänger nichts vor: einander erfahren. Die Mildthätigieit, die in der Unterstützung Bedürftiger sich äußert, ist zwar sehr löblich, und ihr, meine Lieben, sollt auch von dem Wenigen, was ihr besitzet, gern denjenigen mitteilen, die noch weniger haben, — allein sie wird von der Milde der Gesinnung überstrahlt, die nicht von dem Vermögen abhängig ist und von jedem, ob er arm oder reich ist, geübt werden kann und soll. Die Milde der Gesinnung findet ihren Ausdruck darin, daß man von anderen weder Schlechtes denkt noch spricht, noch üble Nachreden glaubt: daß man den Nächsten (nach den Sprüchen der Väter) nur nach seiner verdienstvollen Seite beurteilt, ihn entschuldigt und verteidigt, wenn er angegriffen wird und ihm vergiebt, wenn er uns beleidigt oder gekränkt hat. Wenn ihr, liebe Kinder, die drei Mittel anwendet, und zwar so, wie ich es gesagt habe, dann wird an euch der göttliche Gnadenruf ergehen: TirPD „Ich habe verziehen nach deinem Worte". <£. £ Wariamne. Geschichtliche Erzählung aus dem letzten Jahrhundert vor der gewöhnlichen Zeitrechnung. Von Moritz Scherbe!. (Schluß.) Trotz Ukwos heftigeil Widerspruchs wurde dennoch beschlossen, Herodes bei seiner Heimkehr vom Theater zu überfalleil und zu töten. •Zehn Mann wurden durch Auslosung dazu bestimmt. Zuvor sollte jedoch am nächsten Abend noch eine Versammlung 31t näherer Besprechung des Unternehmens abgehalten werden. Auch Ukwo war erschienen, aber imr in der Absicht, von denr Vorhaben abznraten.