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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 17 (1898) · p. Seite 261

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
17 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 261 (sequence 15)
Language
German
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261 Und benebeit Seil Zebaoth! Den König aller Welten. Du herrlicher Gott Jakobs! Unsre Hilf ist Gott. Leise, leise klingt es aus. Der Fremde ist entflammt von dem hehren, das Serz ergreifenden Gesänge. Er will sich dankbar zu Salomo um* wenden. Aber da wird der Tempel fahl und immer fahler und scheint in der dunkeln Tiefe zu versinken. Ängstlich rufft der Professor: „Salomo, mein Freund, wo bleibst Du?" Und zur Antwort schallt aus den: Geäst der Zeder der Gesang einer Nachtigall, während am Horizonte die Sonne blutigrot hinter dem Häusermeer Jerusalems verschwindet. Schlaftrunken reibt der Gelehrte sich die Augen — ein herrlicher Traum! Siegft. Aschner-Berlin. Eine Ohrfeige zur rechten Ieil. Jn einer Handelsstadt, Norddeutschlands lebte ein Kauftnann, Namens Müller. Ihm begegnete oft ein junger wohlgekleideter Mensch, der ihn immer sehr freundlich grüßte. Herr Müller erwiderte den Gruß zwar gern, aber da er sich nicht erinnerte, den jungen Menschen je zuvor gesehen zu haben, so glaubte er, daß dieser ihn mit einem anderen verwechsele. Eines Tages nun war Herr Müller zu einem Freunde eingeladen, und als er zur bestinunten Zeit eintraf, fand er denselben jungen Mann schon mit dem Hausherrn im Gespräche. Der Wirt wollte nun seine beiden Freunde mit einander bekannt machen; aber der jüngere sagte: „Das ist nicht nötig: wir kennen uns schon lange Jahre." — „Ich glaube. Sie sind im Irrtum, erwiderte Herr Müller; „ich habe allerdings manchen freundlichen Gruß von Ihnen bekommen, aber sonst sind Sie mir ganz fremd." — Und doch kenne ich sie lange," antwortete der junge Mann „und ich freue mich, Ihnen heute herzlich danken zu können.^ — Wofür wollen Sie nrir denn danken?" fragte Herr Müller. — „Das ist allerdings eine alte Geschichte," versetzte jener; „aber wenn sie mir einige Augenblicke zuhören wollen, so werden sie sich meiner doch erinnern." „Eines Morgens ging ich in die Schule. Ich war damals neun Jahre alt. Als ich über den Marktplatz kam, waren dort viele Körbe voll der schönsten Äpfel zu sehen. Ich bekam nur selten Obst und betrachtete da recht lüstern die herrlichen, großen Äpfel. Die Eigentümerin fprach mit einer Nachbarin und hatte deshalb ihrer Ware den Rücken zugewendet. Da kam mir der Gedanke, einen einzigen Apfel heimlich zu nehmen: ich dachte, die Frau behielte ja trotzdem noch eine große Menge. Leise streckte ich' meine Hand aus und wollte eben ganz vorsichtig meine Beute in die

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