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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 17 (1898) · p. Seite 252

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
17 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 252 (sequence 6)
Language
German
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252 die sich ihm nähert, einen Todfeind wähnt. Dazu kommt noch, daß ihn die Uönigin nach seiner Rückkehr von Rhodus abstoßender als früher behandelt —" „Und könnte die Aönigin auf das Zeugnis dieses Brieses hin wohl verurteilt werden?" „Der König sagte mir, daß er selbst die Richter für diesen Prozeß auswählen werde. Tr hält den gegenwärtigen Gerichtshof für besangen, weil die Angehörigen desselben stille Freunde der Hasmonäer sind. Stelle dir vor, er hat mir bei dieser Gelegenheit den seit dem Tode Schemajas erledigten Vorsitz im^ Gerichtshöfe angetragen. „Und was sagtest du dazu?" „Daß ich am ehesten den gelehrten Rubbi hillel für dieses Amt erwählt sehen möchte, daß ich aber in allen Fällen ablehne, bei diesem Prozesse als Richter thätig zu fein —" „Tr wird seine Leute dafür schon finden," meinte Zipora. — „Sie werden die Unschuldige verurteilen — und — mich schaudert, wenn ich an das Letzte denke —" Und Thränen tiefen Schmerzes rannen über die U)angen Ziporas. Sie liebte die Königin wie ein eigenes Rind. Auch ihr Gatte war von inniger Teilnahme für die schwergeprüfte Königin erfüllt, vergeblich hatte er sich bemüht, den König versöhnlich gegen seine Gattin zu stimmen. „So werde ich wohl nicht mehr zur Königin gelangen können?" fragte seine Frau. „Zch glaube nicht, daß du sie noch jemals sehen wirst." „Doch vielleicht vermagst du mir noch einen Besuch bei ihr zu erwirken" — „Ich will es versuchen." Während sie noch mit einander sprachen, war ihr Sohn Juda eingetreten. Ts war ihn: nicht unbekannt, welches Schicksal der Königin bevorstand. „Ilnd das Volk wird diese That gutheißen?" fragte er mit jugendlichem Feuer. „herodes weiß das Volk zahm zu machen. Tr versteht es, durch hundert geringfügige Dinge es für sich zu gewinnen. Diejenigen, die das Richtige wollen und sich nicht täuschen lassen, sind in der Minderzahl." „Da ist die Schar der Hasmonäerrächer" —; — „Was will diese, was kann sie? Sie wird den königlichen j?alaft nicht erstürmen, das Gefängnis der Königin nicht öffnen." „So wäre also Ukwo doch nicht ganz im Unrecht." — „Tr ist es nicht ganz — doch was vermag eine so kleine Anzahl von Menschen gegen die Macht, die dem Könige zu Gebote steht?"

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