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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 16 (1898) · p. Seite 243

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
16 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 243 (sequence 13)
Language
German
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248 welche gewaltige Bewegung indessen in den deutschen Völkern losbrach. Es war in den regnerischen Tagen des September, als Varus nach langem, beschwerlichen Marsche plötzlich in das dichte Waldgebirge des Osning (Tazitus schreibt: saltus teutoburgiensis), des heutigen Teutoburgerwaldes, eintrat. Keinen Deutschen sahen die Römer; doch der Zusammenstoß beider Heere sollte bald folgen. Von der Höhe herab leitete Arminius die Schlacht. Von alln: Seiten drang der deutsche Landsturm auf die von: Marsche schon ermüdeten römischen Truppen ein. Schwere Balken wurden von der Höhe auf die Köpfe der Römer gewälzt. Die gmize Waldschlucht war bald mit römischen Leichen bedeckt. Varus wollte nicht die Schmach erleben, tu die Gefangenschaft der der Deutschen zu geraten — er stürzte sich in sein eigenes Schwert. Viele folgten seinen: Beispiele. Erst sechs Jahre -später wurden die Leichen von dem römischen Feldherr:: Gerinanikns begraben. Viele edle Römer gerieten in Gefangenschaft. Angustus se bi't soll bei der Nachricht von der Niederlage seiner Truppen in wilden: Schmerze den Kopf gegen die Wand gestoßen und ausgerufen haben: Varus! Varus! Rodde legiones! — Varus! Varus! Gieb nur meine Legionen zurück! Der 1k. Septeu:ber war ein Tag der Schrnach für das römische Volk geworden. Aber Germanien war befreit! Arminius hatte Großes vollbracht — aber nicht lange sollte er das Glück der Freiheit, die er seinem Volke gebracht hatte, genießen. Durch den Verrat eigener Verwandter wurde er im Jahre 21 n. Ehr., kaum 87 Jahre alt, meuchlings ermordet. Tazitus sagt n. a. von ihn:: „In Schlachten war er nicht iinmer gliicklich, doch im Kriege unbesiegt." Die Örtlichkeit der Varusschlacht kann man bis heute noch nicht mit Best! nnckheit angeben. Einige halten das Winfeld für den Schlachtplatz, andere die Gegend bei Osnabrück an: Venner Moore. Nach der Schilderung des Tazitus darf das Schlachtfeld in der Nähe der Grotenburg bei Detmold angenonnnen werden, wofür auch einige alte Namen, z. B. Theotmalli (Detmold), und auch die Befestigung der Grotenburg, der ehemaligen Teutob::rg zu sprechen scheinen. Mehr als 18 Jahrhunderte sind seither dahingegangen. In der wechselvollen Geschichte unseres Vaterlandes schien sein Begründer Arminius — im Volksmnnde fälschlich Hermann genannt — vergessen. Endlich int Jahre 1819 gab die Vaterlandsliebe dem jugendlichen Bildhauer Ernst von Bändel den kühnen Gedanken ein, dahir zu wirken, daß den: Befreier Deutschlands ein nationales Riesendenkinal gesetzt werde. Bandet ist geboren am 17. Mai 1800 in Ansbach. Seine Ausbildung genoß er in München, wohnte 1835—37 in Hannover und zog dann nach Detnwld; schon 1819 fertigte er ein kleines Modell für sein Rieserrwerk an. Mitten im Teutoburgerwcllde, auf der 388 m hohen Grotenburg, eine

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