Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 16 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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242 Fehler uud Jrrtümer sich einschlichen, zu allen Zeiten, bis in unser Jahrhundert hinein, lateinische Übersetzungen versucht worden; doch ist heilte die Zeit für lateinische Übersetzungen vorbei; heute übersetzt man nur noch in lebend e Sprachen. Davon ein andermal. Nrminius, das Hermannsdenkmal und Ernst von Lande!. von Max B i n b e i m - Stuttgart. WN och' zwei Jahre, und nicht weniger als ein Vierteljahrhundert ist dahiny geeilt, seit das deutsche Nationaldenkinal im Teutoburger Walde eingeweiht wurde. Der Held, zu dessen Ehre es erbaut wurde, lebt im Herzen eines jeden echten Deutschen fortj; doch der Mann, der sein ganzes Leben daran setzte, nni dem tapferen Eheruskerfürsten in seinem Vaterlande einen würdigen Denkstein zu setzen, scheint vergessen zu sein. Bevor wir aber den Künstler und sein Meisterwerk betrachten, nlüssen wir noch — wenigstens in gedrängter Kürze — der Schlacht Erwähnung thun, in welcher sich Deutschlands Befreier so heldenmütig bewiesen hat. Zur Zeit des römischen Kaisers Augustus (81 v. — 14 n. Ehr.) war der frühere syrische Landpfleger Publius Quinctilius Barns, ein Verwandter des Kaisers germanischer Statthalter. Sofort nach seinem Einzuge in das bisher freie Germanien suchte er römisches Recht und römische Sitten hier einzuführen, wobei cr mit Grausamkeit verfuhr. In römischer, den Deutschen unverständlicher Sprache wurde gerichtet, kleine Vergehen wurden streng bestraft, — die Köpfe deutscher Männer fielen unter rörnischen Beilen. Aber bald sollte ihnen die Stunde der Befreiung schlagen. Unter der Leitung des Chernskersürsten Arnn'nius lgeb. 17 v. Ehr.) schlossen die Cherusker. Brnkterer, Marsen, Chatten und andere deutsche Stännne ein Bündnis, um mit vereinten Kräften dasrömische Joch abzuschütteln. Arminius selbst hatte im römischen Heeresdienste Kriegsweise und Waffenkunde seines Feindes gelernt. Er war der Sohn des Eheruskerfürsten Segimer, gewandt und verständig Unter seiner Leitung mußten die Deutschen siegelt. — Trotz der Warnungen, die der deutsche, den Römern aber völlig ergebene Segestes, Schwiegervater des Arminius, dem ahnungslosen Barns zukonunen ließ, brachte es Armin doch zustande, ein Heer, zusainnrengesetzt aus vielen deutscher! Stämmen, in der Gegend zwischen Lippe und Ems zu sarnmeln. Im Spätsommer des Jahres 9 n. Ehr. hatte Barns sein Sannnellager an der Weser ruhig bezogen. Plötzlich erhielt er Kunde, ein entfernter Volksstamnr habe sich gegen Rom erhoben. Mit seiner Streitinacht, einem Heere von 50 000 Mann, brach der Statthalter ans, noch immer nicht ahnend,