Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 16 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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„Und der Aönig chat für ihre Einflüsterungen immer ein williges Ohr. Ich sprach gestern die Unglückliche, die als Aönigin schlimmer behandelt wird als der Niedrigste in ihrem Volke." „Nach der Rückkehr von Rhodus schien der Aönig sich ihr mehr zu nähern," ineinte Batyra. „Bei ihr habe ich das Gegenteil wahrgenommen," erwiderte Zipora, „sie redet mit dem größten Abscheu von ihm; alle Vorstellungen, die ich ihr hierüber gemacht, halsen nichts." Zur bestimmten Zeit begab sich Batyra zum Aönig. Zeine Frau erwartete mit Spannung seine Rückkehr. Endlich kam er heim. Tiefer Ernst lag auf seinem Gesichte. Zipora sah dies, und eine böse Ahnung beschlich ihr Herz. „U)as ist am Hofe vorgefallen?" fragte sie im Tone tiefer Besorgnis. „Stelle dir das Allerschlimmste vor, und du hast noch nicht das Richtige getroffen," erwiderte er, vor seiner Gattin stehen bleibend. „Aber ich bitte dich, was ist vorgefallen, die Ungewißheit peinigt nüch zu Tode —" „Nun höre: Der Aönigin soll der jDrozeß gentacht werden auf Leben und Tod. Der Aönig klagt sie an, daß sie ihn durch den Mundschenk Ior habe vergiften wollen —" „Das ist nicht möglich!" rief Zipora erschreckt. „Das wird kein Mensch behaupten können und zu beweisen vergnügen. Mariamne ist eines solchen Verbrechens nicht fähig. Verleumdung, nichts anderes als niederträchtige Verleumdung!" „Vernimm nun: Bei der Aönigin befindet sich, wie du weißt, die Tochter Levi's, die junge Noemi." „Ja, ich kenne sie, ein allerliebstes Aind." „Nun, dieses Mädchen soll in dem königlichen Garten einen von dem Mundschenk an die Aönigin gerichteten Brief gefunden haben, in welchen) der Schreiber die Aönigin benachrichtigt, daß er, sobald die Gelegenheit dazu da sein werde, den Wunsch der Aönigin erfüllen werde, da ihm und vielen anderen daran liege, daß der grausame Herodes aus der Welt geschafft werde." (Fortsetzung folgt.) Ä LiöelübersehunSen. von Dr. L. Kutin er in Frankfurt a. M. IV. Lateinische (Jtala und Vulgata). 'achdem bisher von mancherlei Bibelübersetzungen die Rede gewesen, wird mancher meiner Leser, namentlich die Gymnasiasten, denken: „Hat es denn keine lateinischen Bibelübersetzungen gegeben? Haben doch