Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 16 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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239 Jetzt erhob sich auch diese von ihren: Litze, heftig bewegt schritt sie auf und nieder, wobei sie zuweilen mit der Hand nach dem Herzen fuhr. Sie schien unl ihre gewöhnliche Ruhe gekommen zu sein, sie mußte in ihrem Innern furchtbar leiden. Dies erkannte auch Noemi, wiewohl sie nicht begriff, was die Ursache dieser Leelenpein sein könne. Sie fühlte innig mit ihrer Herrin — wie gern hätte sie dieselbe froh und heiter gemacht! Mit teilnehmenden Blicken folgte sie den Bewegungen der Aönigin. Und als diese nachsinnend stehen blieb, kniete sie vor ihr nieder, ergriff ihre Hand, und diese küssend, sprach sie: „(D, es wird anders, es wird besser werden, teure Herrin! Der liebe Gott verläßt die Leinen nicht." Diese trostreichen Worte aus dem Munde des Rindes thaten der unglücklichen Aönigin so wohl, und das Aind zu sich emporziehend, sprach sie: „Liehe auf, meine Liebe, weißt Du denn nicht, daß wir nur vor Gott knieen dürfen? Wer sagt dir übrigens, daß ich Aummer habe?" „Ich vermisse den Frieden in Eurem Blick, der mir immer so wohlgefällt. O, ich will zu Gott beten, daß er ihn wieder in das beste der Herzen kommen laste" — „Du bist ein gutes, treues Wesen," sagte die Aönigin, indem sie die Locken aus der Ltirn Noemis strich. Lie ließ sich auf den Divan nieder, und die Aleine sanft an sich pressend, verharrte sie lange regungslos mit nach oben gerichtetem Blick, bis sie durch den Eintritt ihrer Mutter aus ihrem tiefen Nachsinnen gerissen wurde. XI. Das Ende der Aönigin. In dem vornehmen Hause Nachmann Batyras herrscht große Erregung. Zipora hat die Aönigin besuchen wollen, ist aber nicht vorgelassen worden. Überhaupt hat der Aönig seiner Gemahlin jeden Verkehr mit der Außenwelt untersagt. „Es muß in jüngster Zeit etwas vorgefallen sein," sagte Nachmann Batyra, „das den Aönig mehr denn'je gegen seine Gemahlin aufgebracht hat. Ich habe bereits gestern Andeutungen von ihm darüber vernommen, wobei er mir sagte, daß ich heute mehr davon zu hören bekommen werde. Für heute nachmittag hat er mich zu sich beschieden, ich werde mich also bald auf den Weg zum Palast machen. Das Schicksal Mariamnes scheint sich in der Thal immer trauriger zu gestalten, es ist nicht abzusehen, wohin der Aönig durch sein Mißtrauen gegen sie gelangen wird." „Jedenfalls hat Lalome, die Schwester des Aönigs, auch hier die Hand in: Spiele. Diese Frau ist unerschöpflich in ihren Ränken, wenn es gilt, ihren haß gegen die hasmonäer zum Ausdruck zu bringen."