Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 15 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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230; Pf S' Basen und wurde herzlich willkommen geheißen voll deren Eltern. Voll Staunen sah sie als ähre sremde Umgebung: doch ließen ihr die minder, die sich schon längst auf die neue -Cousine gefreut, nicht Zeit. irgend welchem einsa'-.ien Gedanken Ramn zu geben. Sie war ja nun aus dem Handel Ihr heißester Wunsch lvar in Erfüllung gegangen. Und loar es denn nicht schön in dem neuen Aufenthalte, fern vom Geräusch der Stadt in der sie umgebenden Natur? „.siomm mit uns. Erna, in den Garten! willst du nicht? Don pflückeil wir Bltnnen ltub essen Obst, so viel nur irgend Lust haben!" so tönten die fröhlichen Kinderstimmen und Erna horchte freudig mlf. Jetzt waren sie im Garten; sofort ging es au ein Zeigen und Bewundern! das lvar eine Freude! Erna hatte ilvch nie solch eine Jyitüe von Blumen lv chsen und blühen gesehen, lioch nie die prächtigeil Früchte ans den Bäumen und Sträucheru. Von allem durste sie sich liehlllen, was ihr am besten gefiel und durste von deili herrlichen Obst verzehren, was sie nur wollte. Sie kam voll einem Entzücken ins andere. So ging es bis zilin Abend. „Morgen zeigen wir innere lieben Tiere im Hofe alle! Du mußt dir auch ein Lieblingstierchen wähleil." „Das meine ist die Henne!" meinte .Sinn. „Mein sind die Tauben!" rief Anna. „Aber mir geh rt der Hund, unser lieber, treuer Karo!" rief Hans voll Eifer. „Beißt er dich denn nicht?" frag Erna ganz erschrecken'. Nur ein fröhliches Aachen der .Linder war die Antlvort und beruhigte ihren kleinen Gast. So ging es Tag für Tag llud ein jeder brachte etwas Neues, nie gekanntes. Und Erna? fühlte sie noch ihr Herz erfüllt von der Wonne, die sie geträumt, aus dem Lande zu sein? Sie wußte manchmal selbst liicht, lvoher es denn käme, daß sie doch nicht ganz so froh und glücklich.sein konnte, wie sie gedacht und die andern es waren Sie konnte über nichts klagen. . Mau lvar gut und steundlich und herzlich zil ihr; man suchte ihr ans alle Weise Freude zu bereiten und sie die Schönheit des Landes voll und ganz empfinden zu lassen. Und Erna lvar gewiß dankbar dafür. Sie liebte Onkel und Tante. Vettern niib Basen; sie spielte fröhlich mit ihnen; sie freute sich täglich über das Geflügel im Hofe, dem sie Futter brachte — und doch manchmal, besonders des Abends beim Zubettgehen, ward ihr so traurig zümute, daß sie selbst einmal mit bitteren Thränen einschlief. Doch sie wollte ja brav sein! und sie wußte auch lvirklich nicht, was ihr eigentlich fehle. — Ihre liebsten Tiere waren die Gänse, und groß war ihre Freude, als 7 junge Gänslein so flink und rund um die alten watschelten. Da eines Morgens kam sie ganz bestürzt vom Hofe herein! ein junges Gänslein fehlte. Die alten Gänse schrieen und suchten augenscheinlich überall; doch ihr ängstliches Rusen blieb erfolglos. Alle nahmen innig Teil an dem Unglück; am meisten aber Erna. Sie konnte den Gedanken nicht los werden, was das arme Tierchen so fern von der Mutter aufangen werde, und ob es nicht verhungern mußte? So vergingen K