Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 15 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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225 Der Kleinen wollte es in der ersten Zeit in der vornehmen Welt gar nicht gefallen. 5te freute sich zwar mit den schönen Kleidern, die sie erhielt, fand auch viel Gefallen an den niedlichen Sachen, die ihr zur Unterhaltung gegeben wurden; aber inmitten der Freude und des sie umgebenden Glanzes be; schlich sie doch manchmal dieSehnsucht nach ihren lieben Eltern und dem traulichen Heim, das, wie einfach es auch gewesen, ihr immer wieder in süße Erinnerung kam. Das reiche Wohlwollen jedoch, das ihr von ihrer Gönnerin zu teil wurde, die überaus zärtliche Behandlung, die sie von derselben genoß, ließen sie schließlich an ihre neue Umgebung sich gewöhnen, zumal es ihren Eltern gestattet wurde, sie von Zeit zu Zeit zu besuchen. (Fortsetzung folgt.. Jürst LismarrK „IViv Deutsche fürchten Gott, sonst nichts in der Dielt. n der allgemeinen Trauer, die das Hinscheiden des früheren Ueichskanzlers hervorgerufen, habt ihr, liebe Kinder, gewiß eben so lebhaften Anteil genommen, wie an der Verehrung und Bewunderung, die dem großen Staatsmanne überall entgegengebracht wurde. Es entspricht deshalb gewiß eurem Wunsche, wenn ich euch einiges aus seinem Leben milteile. Bismarck entstammt einem altmärkischen Geschlechte, dessen früherer Sitz Bismarck (d. h. Bischofstnarck) nahe Stendal jener Familie den Namen gegeben hatte. Am \. April \8\5 wurde Otto v. Bismarck auf dem Landsitz Schönhausen geboren. Schon in seiner frühesten Zugend hatte er einen „Kampf" zu bestehen, er konnte nämlich einige Laute (I, r) nicht richtig wiedergeben; so deklamierte er z. B.: lsoimah, ihr dienen, buinint der Lär, Gneich gebt mir euren!honig her. Zm Alter von 6 Zähren wurde der Knabe nach Berlin in die Hllamannsche Erziehungsanstalt gebracht. Zm Schwimmunterricht und bei gemeinschaftlichen Spielen zeichnete er sich durch furchtloses Benehmen aus, und bald nahm er unter seinen Kameraden eine führende Stellung ein. Der kleine Otto verstand es meisterhaft, bei kleinen Kämpfen, z. B. bei Schneeballschlachten, den Angriff zu leiten und die Stelle ausfindig zu machen, wo sich das feindliche Bollwerk am schnellsten erstürmen ließ. Ulit \2 Zähren trat er als Untertertianer in das Friedrich Wilhelm- Gymnasium ein. Nach seiner Einsegnung (850 wurde er Schüler des