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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 15 (1898) · p. Seite 222

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
15 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 222 (sequence 8)
Language
German
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_ 222 — aller Gesichte ließen ihn ein Unheil vermuten. Gr beschleunigte seine Schritte und fragte die betroffene Menge nach dem Grunde der Ansammlung. Aber ohne eine Antwort abzuwarten, stürzte er bangen Herzens in seine Mohnung. Beim Anblick des schwerverwundeten Sohnes, der totenbleich und mit geschloffenen Augen dalag, erbebte der sonst so kräftige und beherzte Mann in seinem Innersten und blieb regungslos stehen, während der Schmerz krampfhaft seine Lippen mnspielte. Mit einem herzzerreißenden Ausschrei beugte er sich über den regungslos Daliegenden, ihn zärtlich küssend; dann erhob er sich langsam und ging händeringend im Zimmer auf und nieder, plötzlich blieb er wie gefaßt vor seiner Frau stehen, die einer Ohnmacht nahe abseits saß, und in tiefer Ergriffenheit sprach er zu ihr: „Tirza, mein geliebtes Meib, nimm die Heimsuchung, die uns be troffen, a/s eine Fügung der Vorsehung an, aber vergiß dabei nicht, daß wir damit eine heilige Schuld an das Vaterland gezahlt haben. In G o o Macht liegt es, das Leben unseres Sohnes noch zu erhalten, allein wir müssen es auch mit Ergebung zu tragen wissen, wenn unsere Bitte nicht Grhörung findet." Tarfon war eifrig bemüht, Ismael seine ärztliche Hilfe angedeihen zu lassen. Um vollkommene Auhe dem Aranken zu verschaffen, winkte er den Anwesenden, ins Nebenzimmer sich zu begeben, hier erzählte Affa dein betrübten Iizchak, bei welcher Gelegenheit und auf welche Meise Isma e die tödlichen Verletzungen erlitten hat: „Es war uns berichtet worden, daß der Fischer Iaddua, nachdem sein Haus zerstört und seine Familie des Obdachs beraubt war, nach den: Turm Thanael am Schafsthore gebracht werden solle.' Mir beschlossen sogleich seine Befreiung, und machten uns heute mit Tagesanbruch, \5 Mann stark, auf, den Soldaten ihre Beute abzujagen. In verschiedenen Verkleidungen schlichen wir uns nach den baumreichen Gärten, die sich zwischen der Stadt und dem benannten Turm hinziehen. Nachdem wir eine längere Zeit gewartet, erblickten wir endlich einen Trupp Soldaten — ungefähr achtzig an der Zahl — und in ihrer Mitte den gefangenen Iaddua. Auf ein von Ismael gegebenes Zeichen brachen wir hervor. Mährend der größte Teil von uns auf die Soldaten sich stürzte, versuchte Jacob aus Tocho, Ismael und > och andere, sich zu dem Gefangenen Bahn zu brechen, um sich seiner zu bemächtigen. Dieses wurde selbstverständlich hartnäckig gewehrt. Die Söldlinge wichen wohl anfangs vor unseren Streichen, ermannten sich aber bald, und nun entspann sich ein heftiger Aampf. Auf beiden Seiten gab es Verwundete. Miederuni hatten wir die Soldaten zurnckgedrängt, so daß der Gefangene in diesem Augenblicke außer ihrem Bereich war. „Auf und davon!" — rief ihm Ismael zu — und Iaddua sich ließ dieses nicht wiederholen. Gin Seitensprung und dann ein mächtiger

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