Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 15 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 221 — noch nicht erkennen konnte, hinterher ging ein bewaffneter KKinn, den man als Affa, den Sohn Maiirs erkannte. Langsam bewegte sich der kleine Zug; es lag etwas Düsteres, Unheimliches in Gang und Haltung desselben. Zetzt bog er nach Bartoßa ein, und alsbald sammelte sich eine Ulenge Ueugieriger um ihn. Der Reiter, der das neben ihm gehende beladene Maultier am Zaume führte, lenkte jetzt zu der IVohnung Zizchaks hin und hielt vor derselben still. Die angesammelte Menschenmenge folgte ihm dahin. Auf dem einen Ulaultier erkannte man aber mehr liegend als sitzend einen jungen Mann. Gr schien jeden halt verloren zu haben, denn er war aus dem Maultier festgebunden, und außerdem mußte er noch von dein ihn begleitenden Reiter gestützt werden. Der ganze Körper war zusammengesunken. Tirza, die Frau Zizchaks, hatte vom Fenster aus den Zug herannahen sehen; nichts Gutes ahnend, stürzte sie aus dem Hause und sah sich von einer Ulenge neugieriger Micke getroffen. „Seid gefaßt, Tirza," redete sie Affa an — „seid gefaßt, es ist Euer Zsmael, den ich Tuch hier bringe; er ist in einem Zusammentreffen mit den Soldaten verwundet worden. Gr —" Tirza ließ ihn nicht ausreden, sie stürzte auf das Maultier zu, auf welchem sich ihr Sohn in einem so beklagenswerten Zustande befand; allein sie konnte ihn nicht umarmen und küssen, wie sie es wollte, denn der also zugerichtete Zsmael nmßte erst von dem Tiere losgeschnürt werden. Als dies geschehen und der Schwerverwundete auf einem eilends hergerichteten Lager gebettet worden, warf sich Tirza laut jammernd über ihren Grftgeborenen hm, der immer ihr Liebling gewesen. Zsmael lag bewußtlos mit geschloffenen Augen da. Sein Kopf zeigte eine klaffende Munde, und die Brust und das Gesicht waren vielfach schwer verletzt. Teilnahmsvoll, aber ratlos umstanden die vielen Zuschauer die unglückliche Mutter. Gndlich rief inan Tarfon, einen alten Leinenweber aus Bartoßa herbei, der die Kriege unter Alexander Zanäus mitgemacht hatte, und von dem man wußte, daß er mit Verwundeten umzugehen verstand und auch einige Kenntnisse von der Heilkunst besaß. Gr wusch die Munden sorgfältig, verband sie und traf die sonst für solche Fälle nötigen Anordnungen. Um der verzweifelten Mutter Trost zuzusprechen, stellte Tarfon die Verwundung als nicht lebensgefährlich dar, während er selbst von der Hoffnungslosigkeit des Zustandes überzeugt war. Unterdes kam Zizchak vom Felde Heini. Die Menschenansantmlung vor seinem Hause und die Bestürzung auf