Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 13-14 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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208 der vielen umstehenden Leute entnehmen konnte, sollte der Mischer Zaddua dem Gerichte überliefert werden, weil er einem Verschwörer Aufenthalt bei sich gegeben habe. Dieser Verschwörer habe sich, als er gewahrte, daß nian sich seiner, beinächtigen wollte, mit beispielloser Aühnheit durch die Ueihen der Soldaten geschlagen und war, nachdem er einige derselben verwundet, entkommen. Zosua atmete erleichtert aus. Bald daraus sah er, wie Zadduas stark gefesselt aus der L)ütte geführt wurde. Zhm folgten händeringend sein Weib und laut weinend seine blinder. Entsetzen und UUtleid erfüllte die Seele des Anaben bei diesem Anblick. Das Schreckensbild wurde aber noch grausiger, als auf das Geheiß ihres Führers die Soldaten die Hütte Zadduas von allen Seiten anzündeten. Die Flammen schlugen prasselnd empor, und kurz darauf war die Hütte mit allen ihren ärmlichen Habseligkeiten nur noch ein rauchender Schutt- Haufen. Zornerfüllt schaute Zosua den jetzt mit ihren Gefangenen abziehenden Soldaten nach. Es war ihm nicht entgangen, daß die um ihn her stehende bUenge von gleichem Zorn wie er ergriffen war. Drohende Worte wurden ausgestoßen, die Fäuste geballt, — aber dabei blieb es auch. „Feiglinge", sprach Zosua für sich hin. „Wenn ich selbst nur größer und stärker wäre, oder wenn nur Ukwo dies gesehen hätte!" — Und der kleine Ubensch nnt seinem Unwillen über das Geschehene, begriff nicht, daß auch Ukwo und noch zwanzig andere von seiner Tapferkeit die zahlreichen Soldaten an ihrem Zerstörungswerk nicht hätten hindern können. Tief verstimmt und gekränkt kehrte Zosua heim. Ts war Trauriges, was er seinen Eltern mitzuteilen hatte, blicht blos, daß er seinen Auftrag an Ukwo nicht hatte ausrichten können, hatte er dabei noch erfahren, wie sehr nian demselben auf den Fersen, wie sehr er bedroht war. Und nun noch das entsetzliche Schauspiel, dessen Augenzeuge er war! Seine Eltern erwarteten ihn mit erklärlicher Spannung. Angst und Schrecken ergriff Ehama und seine Frau, als sie erfuhren, wie es Zaddua erging. Ulußten üe nicht befürchten, daß auch sie demselben Geschick anheimfallen würden? Nur langsam gingen die Stunden des Sabbaths dahin, der den geängstigten Eltern nicht — wie sonst — ein Tag der Lust, sondern tiefer Trauer war, und mit Ungeduld sah Ehama dem grauenden Ulorgen ent-