Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 13-14 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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ihrer Hunde näher kennen lernte, wurde sie ihnen allmählich lvirklich zngethan. Es waren prächtige Exemplare, und Touristen, die am Schlosse vorüberkamen, baten um Einlatz, um die Günstlinge gu sehen, während Künstler und Dichter diese seltenen Gattungen ans der Leinwand oder gar in unsterblichen Gesängen verewigten. Es wird nicht ohne Interesse sein, diese bevorzugten Reisenden auf ihrer Wanderung durch die Hundekolonie zu begleiten. Diese glich in der That mit ihren vielen einzelnen Häuschen, deren jedes ein glückliches Hundepaar beherbergte, einer Stadt im kleinen. Da gab es schöne grotze Hirsch und Fuchshunde, kleinere Hasen- und Kaninchenhunde, die so klein waren wie die Tiere, die sie jagen foüttn; italienische, russische und persische Windspiele und andere Sporthunde', kluge Wachtelhunde und stille Spürhunde. Da sah man den Malteser- und den Havannapudel mit sauber abgeschorenen Pfoten; wunderbar abgerichtete französische Pudel; den wolligen, schneeweißen deutschen Spitz und den häßlichen Dachshund mit den krummen Beinen; klug aussehende Dachshunde von der Insel Skye, Fox-Terriers und Blenheim-Rasse, sowie niedliche schwarze und braune Affenpinscher, die von König Karl dem Zweiten in Mode gebracht wurden; prachtvolle riesige Neufundländer, edle Bernhardiner, bayerische und dänische Hunde, die die langsame Kutsche der Witwen begleiten; Schäferhunde, die wieder in ihrer Weise nützlich sind; Möpse, die gleich einem Hanswurst schwarze Masken trugen, und japanische Schoßhündchen, sowie deren dunkle gelbhaarige Nebenlnlhler, die lebenden Seltenheiten aus dem chinesischeil Kaiserpalast. Die Markgräfin, die sich des Einflusses der Reüllichkeit auf Gesundheit und Aussehen wohl bewußt war, verwandte die sorgfältigste Auffnerksamkeit auf die tägliche Toilette ihrer Schützlinge. Sie hatte für dieselben ein großes marmornes Schwinrminid Tanchbassin, in welches kaltes und warnres Wasser geleitet werden konnte; daneben lagen Täfelchen der Seife, die von einem bedeutendeir Chenliker eigens zlibereitet wurde, um Hunde von den Quälereien ihrer kleinen Feinde zu bewahren. Dann hatte die alte Gräfin sogenanlite türkische Handtücher, die alle Feuchtigkeit rasch aufsaugell, Schild' pattkäillnle und eüle gallze Allzahl verschiedeller Bürsteil mit Elfenbeillgriffen uild den eingraviertell Namell der Tiere, fiir die jede bestinunt war. Mt diesen wurde das Fell eines jederl, ob es nun kurz und glatt oder lang und wollig war, gläilzend llild weich gemacht, so daß es sich wie Seide oder zarte Kaschmirfäden anfühlte. Die Hllilde warell in der That alle fchöll, da ihre Herrill es für eine Barbarei erachtete, Möpse mld Pintscher durch Stutzen der Ohren zu verstünunelil lind nicht erlaubte, daß sie voll einer Schere berührt wurden. Eille kleine weibliche Schlväche indessell blieb der alten Markgräfin, eine Vorliebe für Juwelen. Sogar alle ihre Hmlde mußten Ohrrülge tragen, entweder kleine Perlen uild Snlaragdgehäilge oder