Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 13-14 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/9620171-9622086-9622341--1125-9622350- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
199 in das zweite oder gar in das erste Jahrhundert nach Chr., andere in spätere Zeit. Jedenfalls ist die Übersetzung des Alten Testaments älter als die des Neuen. Sie hält sich ziemlich genau an den Urtext, d. h. beim Alten Testament all das Hebräische, beilll Nelieli all das Griechische. Doch ist die Übersetznllg llicht etwa sklavisch wörtlich, sandern bisweilen recht stei, gekürzt oder errveitert, je nachdem die Übersetzer es ftir das Verständnis des syrischen Volkes für ilötig hielten. Bein: Altell Testamellt sieht man ganz deutlich, das', der Übersetzer auch die Targumim und die LXX gekannt und benutzt hat. Das Wort Peschittho heisst zu Deutsch: Die einfache, gewöhnliche, „die überall in den Händen der Leute". Es giebt außerdem noch andere syrische Übersetzungen, aber Peschittho ist die syrische Kirchenbibel. Daß übrigens diese Peschittho dann auch ills Armenische inld Arabische übersetzt wurde, sei nebellbei erwählst. Nachdem das Christeistnm liach Ägypten gekommen war, entstand hier eine ägyptische Bibelübersetzilllg, die sich gleichfalls an die LXX nnschließt. Eille Folge der Ausbreitung des Christentlnns in Abessylüen ist die äthiopische Bibelübersetzung, die gleichfalls nach dem Griechischen der LXX angefertigt wurde; sie enstarld um das Jahr 400 n. Ehr. Wer der Verfasser oder vielmehr die Verfasser sind, das ist imbekainst. Das Äthiopische lvird heutzutage lücht mehr gesprochen; aber die äthiopische Übersetzlmg ist lloch heute lücht nur in der abessynischen Kirche in Gebrauch, sondern steht mich bei deil abessynischen Judeil, ben Falaschas, in Allsehen. Übrigens sind die Falaschas keine richtigen Juden, obgleich sie selbst behaupten alls Jernsaleln zu stannnen, sondern Äthiopen, die mir israelitische Nlld altchristliche Gebräuche angenonniren haben. Ihre Zahl wird alls 100 000—200 000 migegebell. Oie Hunde der Markgräfin. von Freifrau Lionel von Rothschild.*) 91 n Delltschland lebte eillst am Rande eines altehrwürdigeir, berühmten ^r' Waldes eine alte Markgräfin ohne Kinder, aber nicht ohne Fremwe. Diese, die ihr das Leben verschönern wollten, hatten sie nüt einer zahlreichen Faillilie voll vierfüßigeil Gesellschaftern versehen. Zuerst schätzte sie dieselben luw aus Gefühleil der Daistbarkeit für die stelmdlicheil Geber; doch illdenl sie die Neigungeil mld Gewohnteil, Eigeilschaftell inld Fähigkeiten *) Alls: „vo,l Januar bis Dezember", Verlag von I. Kauffmamt in Frankfurt a. ITT. Preis 2,60 Alk.