Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 13-14 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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198 Hilielulerseßungen. Don Dr. 23. Anttner in Frankfurt a. M. III. Samaritanische, syrische, ägyptische, äthiopische. Jedenfalls schon aus früher Zeit stammt eine samaritanische Übersetzung. Tie Samaritaner haben ihren Namen von der Stadt Samaria, die in der Bibel Schomron heißt. Über die Crbannng der Stadt siehe! Buch der Könige 16,23. Rach . dieser Stadt wurde aitd) die ganze Landschaft Samaria (Schomron) genannt. Im Jahre 722 eroberte Salmanassar, der König von Assyrien, die Stadt und führte viele Tausende Israeliten nach den assyrischen Ländern, während zahlreiche Assyrer und Babylonier sich in Samarien ansiedelten. Diese mit den iiu Lande zurückgebliebenen Israeliten bildeten nun ein Mischvolk, das neben dem jüdischen Gotte auch heidnischen Göttern diente und sich so von den Jsraliteu im Reiche Inda, also von der: eigentlichen Juden unterschied. Diese wollten daher von den Samaritanern, die sie nicht für voll ansahen, nichts wissen, und erlaubten ihnen deshalb auch nicht, beim Bau des zweiten Tempels in Jerusalem mitzuhelwn. So entwickelte sich allmählich ein feindliches Verhältnis zwischen Juden und Sa maritanern. Diese bauten sich dann an dein Berge Garisim, zwischen Sichern und Samaria, einen eigenen Tempel und haben den Inden Jahrhunderte lang geschadet, wo sie nur konnten. Heute giebt es nur sehr wenige Samaritaner. Da sie als gesetzlich bindend nur den Pentateuch, d. h die sinn Bücher Moses anerkennen, so haben sie auch nur von diesem eine Übersetzung, also ein Targmn, das sehr alt ist. Ans welcher Zeit dieses Targum stammt und von wem es herrührt, darüber sind die Gelehrten nicht einig. Übrigens lautet ihr Pentateuch an manchen Stellen anders als der nnsrige: diese Änderungen haben sie aber vorgenominen, um beweisen zu können, daß ihre Rel'gion die richtige sei. Die bisher genannten Bibelübersetzungen rührten alle von Juden oder von Proselyten, d. h. Inden gewordenen Heiden, her. Sobald aber das Christentum sich auszubreiten begann, wurden auch andere Übersetzungen notwendig, dem: auch die Christen konnten die Bibel nicht entbehren: und da sie nicht alle hebräisch oder griechisch verstanden, so wurden Übersetzungen in den betreffenden Landessprachen angefertigt. Diese Übersetzungen rührten von Christen her. Hierher gehört zunächst eine syrische Übersetzung, die sogenannte Peschittho: sie enthält das Alte und Neue Testament. Wenn auch die Sprache der Großstadt griechisch sein mochte, so sprach doch die Landbevölke rung syrisch, und so lag das Bedürfnis einer syrischen Übersetzung vor, und diese wurde schon sehr früh angefertigt; manche setzten ihre Entstehung schon