Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 13-14 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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197 So manches ernste Wort wurde während des Abends gesprochen, bis man sich endlich zur Ruhe begab. Am frühen Morgen des andern Tages verließ Ukwo das Haus der Eltern. Er fühlte sich gestärkt durch das Bewußtsein, daß sie ihm ihre Liebe erhalten und ihn nicht als ihren ungeratenen Sohn von sich stoßen. Am Nachmittage desselben Tages kam Juda, der Sohn Nachman Batiras, zu Thama. „Mein Vater schickt mich her," sprach er nach der üblichen Begrüßung, „Euch kund zu thun, daß die größte Gefahr für Euren Ukwo vorhanden ist, wenn er nicht schleunigst aus den: Lande, vielleicht hinüber nach Syrien zu entkomnien sucht. Der König, der gestern von Rhodus zurückgekehrt, ist von dem Treiben der sogenannten „Hasmonäerrächer" in Kenntnis gesetzt. Seine Mut ist unbeschreiblich. Er hat beschlossen, alles daran zu setzen, diese Verwegenen zu vernichten, er hat es besonders auf Ukwo, von dem er weiß, daß er der Anführer der Schar ist, abgesehen." Die Schreckensbotschaft wirkte fast lähmend auf Thama und seine Frau. „Und er war gestern hier," sprach Juda erregt. „Das nenne ich verwegen. Und wie, habt Ihr ihn nicht dazu bestimmen können, von dem gefährlichen Treiben abzulassen und Euch nicht die Schande zu bereiten, als Räuber und Empörer im Lande umherzuziehen!" „Ein Räuber ist er nicht," antwortete Thama gekränkt und mit Stolz. „Er ist mein Kind, mein Sohn, und ich weiß, daß er keiner unredlichen That fähig ist." „Aber ist das recht und heißt das gesetzlich gehandelt, wenn man sich gegen König und Regierung auflehnt, um also auf eigene Hand den Richter zu spielen? Ihr wißt ja selbst, Thama, wie eindringlich der Prophet Jeremias das Volk ermahnt, sich nicht gegen die regierenden Herrscher aufzulehnen." „Das ist wahr, und auch ich tadle das Beginnen Ukwos. Allein er ist heute kein Kind mehr, daß ich ihn nach meinem Millen leiten könnte. Der Ernst der Zeit hat den Jüngling zum Manne gemacht, dem wohl das Recht, sich selbst eine Ansicht zu bilden, nicht mehr abgesprochen werden kann." „Doch, er wird hiermit sich selbst und auch Euch, seine Eltern, ins verderben stürzen. Der Zorn des Königs wird bei ihm nicht stehen bleiben, sondern auch diejenigen treffen, die ihm nahestehen." — ,/Doch warum thut der König nicht, was recht und gut ist? wagte Iosua einzuwerfen. (Fortsetzung folgt.)