Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 13-14 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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196 Lchauet, meine Eltern! Dieser Arm — verdorren soll er, wenn er jemals sich ausstrecken wird oder schon ausgestreckt hat, etwas zu thun, was nicht die rechte Litte und die Religion gutheißt. Nur ahnden will ich das Ilm recht, strafen die Gewalt, die einer, der nicht zu den Unfern gehört, an dem hasmonäischen Ltamme geübt hat und noch übt. Nur Recht schaffen wollen wir vereint dem Gerechten und Hilfe bringen dem Unglücklichen!" „Das zu thun, darf der Einzelne sich nicht herausnehmen, das ist Lache der Obrigkeit, die darüber zu wachen berufen ist!" erwiderte Ehama. „Aber wo ihre Ulacht nicht ausreicht, oder der U)i!le dazu gar fehltj?" „Bis dahin ist es noch nicht gekommen, wir haben einen König." „Einen Mörder," konnte Ukwo sich nicht enthalten zu bemerken." „halte ein mit dieser Beschimpfung des Landesfürsten," ermahnte Ehama streng seinen Lohn, „herodes hat sich schon oft als Mohlthäter seines Volkes gezeigt. Er hat ihm den Bau eines Tempels in Aussicht gestellt." „Das heißt, er will dem Volke Land in die Augen streuen, daß es seine Lchandthaten nicht schaue." „Er hat bei dem jüngsten Notstände Getreide an das Volk verteilen lassen." „Auch dies geschah nur, uni den Blick von den Grausamkeiten abzulenken, die er gegen die hasmonäer übt und denen noch, wenn ihm nicht Einhalt gethan wird, das Allerschlimmste folgen wird." „Mir haben ein Lynhedrium (Gerichtshof). „Aber dieses selbst fürchtet den König und scheuet sich, ihm sein Unrecht zu wehren. Die Zeiten sind vorbei, wo ein Lchemaja als Vorsitzender des Gerichtshofes die Verhandlung über kjerodes rücksichtslos verlangen konnte. Mir sind daher lediglich auf unsere eigene Kraft angewiesen." „Genug von diesen Dingen," sagte die Mutter Ukwos. „Du wirst also wenigstens bei uns bleiben, bis der Labbath vorüber ist." „Doch ich möchte euch nicht in Gefahr bringen meinetwegen; die Nacht will ich hier verweilen, aber so wie der Morgen anbricht, muß ich fort." „Am Labbath?" fragte der Vater. „Ich bleibe im Ltadtbezirk, am Brunnenthor. Du kennst ja den Abhang, bis zu welchem der LilaohTeich sich hinzieht. Dort wohnen einige Fischer, bei denen wohl kein Mensch mich suchen wird. Der eine dieser Fischer hat einen Lohn bei unserer Freischar, der wie ich für die Hasmonäer sein Leben einzusetzen bereit ist. Lonst aber kannst du mir etwaige Nachrichten durch Oheim Iizchak in Bartoßa zukommen lassen."