Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 13-14 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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195 des Königs hier und da einen streich gespielt, eine Beute abgejagt hatten, so pochte sei Herz, und er wünschte mit dabei gewesen zu sein, blatte er ja so viel von den Heldenthaten der Makkabäer vernommen, von dem kühnen Juda, von dem tapsern Jonathan, von der Selbstaufopferung Eleasars. Zosua sühlte sich stolz, diesen: Stamme anzugehören, und er wünschte nichts sehnlicher, als jenen einst zu gleichen, so das Vaterland ihn zu seiner Verteidigung rufen sollte. Der einziehende Sabbath hatte nicht vermocht, die Wolken der Trübnis aus der Familie Ehamas zu verscheuchen. > gedrückter Stimmung ward die Abendmahlzeit eingenommen; still und in sich gekehrt saßen die beiden Gatten da. Auch Zosua schwieg und starrte in die Hellen Flammen der Sabbathlichter. Da regte es sich draußen, jetzt öffnete sich die Thür, und im nächsten Augenblicke stand Ukwo vor seinen überraschten und erstaunten Angehörigen. Ukwo, — wie ganz anders schaute er heute aus, welche Veränderung war in der Zwischenzeit mit ihm vorgegangen! Er schien größer geworden zu sein, wenigstens kam es seinen Eltern so vor. Ein nie an ihn: gekannter Ernst lag aus seinen: Gesicht; feste, mannhafte Entschlossenheit sprach aus seinen Blicken. „Eltern," sprach er in milden:, rührenden Tone, „Eltern, es ließ mich nicht länger draußen, ich mußte euch sehen und sprechen. Es ist Freitag - Abend — willst du, Vater, mir Deinen Segen spenden?" Und er nahete den: Vater und neigte das Haupt. Ehama that wie von ihn: gewünscht. „Zhr zürnet mm," sprach Ukwo, nachdem er sich zwischen beiden Eltern niedergelassen hatte. „Ihr zürnet mir, und doch — Gott weiß es — ich kann nicht anders. Ich folge dabei einer Stimme meines Znnern, die ich nicht zun: Schweigen zu bringen vermag. Es zieht mich hin zum Werke der Befreiung des Vaterlandes von den: Tyrannen, den: Fremdling auf den: Throne Zudas, es drängt n:ich zur Rettung der Königin aus der sie erdrückenden Gewalt." „Aber wenn man wüßte, daß du hier bist?" sagte die Mutter Ukwos in: Tone der höchsten Angst. „Zch zittere vor der Möglichkeit, daß sie dich hier auffinden und ergreifen." „Sei ruhig, Mutter, mich ergreift kein Mensch lebendig. Zch kenne das Wagnis, das ich beging, indem ich die Stadt betrat. Allein ich mußte euch sehen, ich nulßte wieder einn:al einen Freitag-Abend in eurer Witte sein!" „Ukwo, Ukwo, was Haft du uns gethan!" stöhnte Ehama. „Nichts, Vater, worüber du deines Sohnes wegen erröten müßtest, nichts, was mich als Mensch verwerflich machen, als Juden schänden könnte.