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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 12 (1898) · p. Seite 184

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
12 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 184 (sequence 10)
Language
German
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184 diese Mitteilung an die Königin zwar nicht aufgetragen, aber auch nicht verboten, weshalb sie ihr diese nicht vorenthalten zu müssen glaubte. „Du hast auch damit kein Unrecht begangen," beruhigte die Königin Noemi, dann fuhr sie fort — „was ich aber von dir verlange, ist, daß du dieses Papier, ohne daß es sonst von jemand bemerkt wird, deiner Mutter übergiebst". „CD, ich will es schon richtig machen," sagte Noemi, indem sie das Papier den Händen der Königin entnahm und es sorgsam verbarg. Ihr werdet wohl, liebe Leser, schon erraten haben, daß Ukwo der angeblich kranke Jüngling und auch der Schreiber der Brieschens an die Königin war. Um in die Festung zu gelangen, vermietete er sich als Knecht bei Elim Hadad, ohne der Kränkungen und Erniedrigungen zu achten, die diese untergeordnete Stellung mit sich brachte. Um ferner in der Festung zu verweilen und der Königin die Kapsel einhändigen zu können, dazu sollte die vorgeschützte Erkrankung seines Beines dienen. Er verstand es auch, den patriotisch gesinnten Levi und dessen Ehefrau für seinen plan zu gewinnen und ihre Unterstützung zu erwirken. Der sehnliche U)unsch des Jünglings ging jedoch nur insoweit in Erfüllung, als die Kapsel durch Noemi in der Königin-Besitz gelangte. In ihrem Antwortschreiben dankte sie dem Jüngling für seinen Mut und seine Anhänglichkeit und deutete ihm kurz die Gründe an, die sie hinderten, die Kapsel aus seiner Hand persönlich zu empfangen. Ukwo war glücklich, die Königin im Besitze der Schutzschrift und somit nach seiner Auffassung vor jeder Gefahr geschützt zu wissen. (Fortsetzung folgt.) Aus der kaiserlichen Familie. ancher unserer lieben Leser wird gelvif; das Verlangen empfunden iT r vj haben, einen Blick in die kaiserliche Familie thuil zu dürfen. Da sind wir nun in der Lage, an der Hand eines neuen Buches „die Höfe Europas" von Paul Lindenberg, diesem Wunsche, weim auch nur teilweise, zu entsprechen. Es geht lischt allzu ruhig in der kaiserlichen Familienstnbe zu, sobald in derselben sich der „kleine" Kreis oder auch nur ein Teil desselben ein gefunden hat. Denn es sind frische, fröhliche Kinder, die das Kaiserpaar besitzt, welche mit tiefem Gemüt große, oft ausgelassene Fröhlichkeit vereinen, und in deren Erziehung der Vater gelegentlich selbst eingreifen mußte und wohl auch noch nmß, mit Hilfe eines schmiegsamen Rohrstöckchens. Vor ihrem

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