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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 12 (1898) · p. Seite 181

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
12 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 181 (sequence 7)
Language
German
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, ’Tf'&yir loil!. » — 181 — das ermöglicht werden soll bei der Unzugänglichkeit ihres Haftortes, ist freilich nicht ersichtlich. Indes ist die Verwegenheit und Verschmitztheit solcher Leute so groß, daß ihnen alles zuzutrauen ist, darum empfehle ich Luch im Namen des Königs nochnmls strenge Bewachung der beiden grauen." Die Königin sah ihre Mutter erstaunt an, dann wandte sie sich 511 Soeni und sprach: „Ich glaube, die Besorgnis der Schreiberin ist unbegründet, wenn ich auch weiß, daß ich Freunde im Volke besitze, und ich freue mich dessen aus vollen: Kerzen, so wird doch niemand so thöricht sein, in diese Festung eindringen oder gar meine Befreiung ins Werk setzen zu wollen." Soem schüttelte das Haupt, dann sprach er: „Ls giebt Wagehälse genug in der Welt. Indes sollen sie sich verrechnet haben, wenn sie irgend einen 1?lan, der Lure Befreiung bezweckt, gefaßt haben. Ich habe wohl das Recht zu fragen, ob Luch, meiner Königin, vielleicht schon Andeutungen zugekommen sind, die darauf schließen lassen, daß ein solches Unternehmen im Gange ist. Ich kenne Lure Wahrheitsliebe, und dieses läßt mich erwarten, daß Ihr mir ohne Rückhalt das Richtige angeben werdet." „Ihr täuscht Luch darin nicht. Ich versichere Luch, daß mir nichts bekannt ist, was auf ein solches Unternehmen hindeutet." Somn entfernte sich. Lr nmchte einen Rundgang um die Festung und überzeugte sich, daß alles in Ordnung sei. Die Soldaten waren auf ihrem Kosten, und auch sonst zeigte sich nichts verdächtiges. Als er an einer der Lingangspforten vorüberging, durch welche Lebensmittel, Hausgeräte und andere Dinge von außen in die Festung hereingeschafft zu werden pflegten, gewahrte er einen jungen Menschen, der unter der Last einer schweren Bürde keuchend eben von einem Schließer eingelassen wurde. „wer ist der Mensch?" fragte er den Schließer. „Ls ist einer der Knechte von Llim Hadad, dem Fruchtlieferanten. Der Arme hat, wie er mir sagte, einen störrigen Lsel, der ihn unterwegs im Stiche gelassen hat, so daß er gezwungen ist, die Säcke mit Feigen, die er hier abzuliefern hat, auf seinem eigenen Rücken hereinzuschaffen." Soüm sah den: sich mit der Last Fortbewegeuden nach. Ls kam ihn: dabei der Brief Salomes in Lrinnerung. Allein was war von einen: einzelnen Manne zu befürchten, der noch dazu ein Krüppel zu sein schien, da er auf einem Beine hinkte. „Ls ist ein hartes Brot, bei Llim Knecht zu sein," sagte der Schließer zu Solim, auf den beladenen Menschen hindeutend — „ein hartes Brot, denn der Geizhals giebt seinen Leuten wenig zu essen, aber desto mehr Arbeit." '

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