Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 11 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 1(17 — ihre Schergen auf den hals schicken und mich das entgelten lassen, was Ihr ihr angethan?" „Diese Schergen sollen Luch hier nicht mehr treffen. Ihr zieht mit Eurer Frau und Euren Rindern nach einer anderen Gegend; wir geben Euch die Mittel dazu. Ich bitte Euch, Papo, betrachtet das, was wir von Euch verlangen, als patriotische Pflicht, die Ihr, wie wir alle, dem edlen Stamme der hasmonäer schuldig sind." „Ihr wollt also Salome hierher bringen," sagte der Holzschläger, und zwar in einem Tone, dein man die Geneigtheit, aus den Vorschlag einzugehen abhörte. Rach einigem Rachdenken sprach er weiter: „Allein meine Hütte ist zu klein, um eine so vornehme Frau —" „Richtet Euch nur daraus ein," unterbrach ihn Ismael, „Ihr könnet ihr nicht mehr geben, als Ihr habt. Möge sie es gewahr werden, wie das Volk sich beschränken muß. Im übrigen laßt es ihr an nichts fehlen." „Gut, ich werde meine Vorkehrungen treffen; wann denkt Ihr den Anschlag auszuführen?" „Vielleicht schon morgen; es muß aber in jedem Falle noch in dieser Woche geschehen." - Mit diesen Worten verließ Ismael eilends den Holzschläger. Wir bitten unsere Leser, uns jetzt in eine Gegend zu folgen, die der Reize nicht entbehrt, wenn sie auch vorherrschend das Gepräge des Rauhen und Wilden trägt. Durch stark zerrissene und zerklüftete Felsen windet sich ein schmaler, an Unebenheiten reicher Weg. Dieser Weg wurde nur von denjenigen benutzt, die in der Sommerszeit von Jerusalem aus das jenseits der Gebirgshöhen liegende berühmte Thal Saron aufsuchen wollten. Wer eine Fahrt aus diesem steinichten und unebenen Boden nicht scheute, bekam schon unterwegs manche herrliche, malerische Landschaft zu Gesichte. Da standen sie zu beiden Seiten des Weges wie trotzige Riesen, die Kalkfelsen, deren Spitzen gen Himmel ragten. Zwischen ihnen streckten sich die schönsten üppig sprießenden Fluren, die wie grüne Sammetteppiche sich ausbreiteten. Oder es tauchten vor dem Blicke unabsehbare Obstwälder aus, unter deren Schatten Häusergruppen sich befanden, umsäumt von einem Kranze vielfarbig blühender Bäume. Der weiter schweifende Blick wurde durch Olivenwälder und orangenreiche Gärten entzückt, die mik wallenden Getreidefeldern abwechselten, oder es zeigte sich im hohen Grase die wilde Rose mit ihren Blumenschwestern wie glühende Punkte inmitten der bunten Farbendecke.