Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 11 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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166 „Hast Du Dich auch des Einverständnisses Papos versichert? wird er sein Hab und Gut, ja sein Leben aufs Spiel setzen?" fragte einer der besonneneren Jünglinge. „Ich rechne auf seine Einwilligung", sagte Ukwo. „wir geben ihm die Mittel, von hier fortzugehen und sich jenseits des Jordans niederzulassen." „Bist Du auch dessen sicher, daß er uns nicht verraten wird?" fragte ein anderer. „Das wird er nicht, ich kenne ihn; entweder nimmt er unseren Vorschlag an und macht unsere Sache zu der seinigen, oder er lehnt ihn ab und kümmert sich nicht weiter um uns; er wird schweigen, wenn ich es von ihm verlange." Nur bei einem Teile der Verbündeten fand dieser verwegene Vorschlag anfangs Anklang, während der andere die Bedenken geltend machte, daß ein Mißlingen dieses Anschlages ihren ganzen plan vernichten könnte. Schließlich siegte die Begeisterung der Jünglinge über die kluge Überlegung, und man stimmte Ismael zu. Schon am nächsten Morgen begab sich Ismael zu Papo. Nach einigen gleichgültigen Worten, die er an diesen gerichtet, brachte er das Gespräch darauf, daß Salome, die Schwester des Königs, ihren eigenen Gatten Joseph der Wut des Königs preisgegeben, der auch den Unglücklichen hinrichten ließ. „O dieses ruchlose Weib," sagte der schlichte Holzschläger mit dem Ausdruck tiefer Verachtung. „Ihre vielen Greuelthaten will sie durch eine neue, entsetzliche vermehren: Sie trachtet auch der Königin nach dem Leben — dieses soll ihr jedoch nicht gelingen. wollt Ihr, Papo, uns wohl behilflich sein, diese Schandthat zu verhüten?" Der Holzschläger sah ihn erstaunt an. „Ich?" sagte er dann, — „was könnte ich der mächtigen Frau gegenüber wohl thun?" Ismael setzte sich zu Papo hin und machte ihn mit dem plan der Verbündeten bekannt. „Das ist ein gewagtes Stück," sagte der Holzschläger bedenklich — „es kann euch allen und mir dazu das Leben kosten." „Es soll Salome kein Leid zugefügt werden; wir wollen von ihr nur erfahren, wo die Königin sich befindet." „Und wenn sie sich weigert, dieses anzugeben?" „So führen wir sie in Eure Hütte, wo wir sie fefthalten, bis sie unserer Forderung genügt." „Und wenn Ihr sie dann freigegeben haben werdet: wird sie mir nicht