Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 11 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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165 „«Augegeben," erwiderte Ukwo, „Salome wüßte den Aufenthaltsort der Aönigin: wer sollte von dieser mächtigen Frau es erfahren, von wem würde sie sich bestimmen lassen, es zu offenbaren?" wer Salome kannte, mußte wissen, daß weder aus dem Wege der Güte, noch auf dem der List bei der Allgewaltigen etwas zu erreichen sei. In diesem Bewußtsein wagte keiner der Jünglinge, einen Vorschlag für die zu ergreifenden Maßregeln zu machen. Tiefes Schweigen herrschte im Areise. Da plötzlich erhob sich Ismael, und flammenden Blickes sprach er zu den aufmerksam lauschenden Freunden: „O meine Brüder, es giebt nur ein Mittel, das uns zum Ziele führen kann 1" „Laß hören!" „welches ist es?" „Sage uns das Mittel!" ertönte es durcheinander. „Sagt, meine Freunde," sprach Ismael mit sichtbar erzwungener Ruhe, „was wendet man an, um die Wirkung genossenen Giftes unschädlich zu machen?" „Gegengift!" war die einstimmige Antwort. „Nun wohlan! Der Gewalt wollen wir mit Gewalt beizukommen suchen!" sagte Ismael erregt. „Ich verstehe Dich nicht, Ismael," siel ihm Iizchak ins Wort, „willst Du mit Gewalt in die Gemächer der Salome eindringen, um durch Drohung ^ein Geständnis zu erzwingen? Du weißt ja, wie zahlreich die römischen Söldlinge dort wache halten. Gin Unternehmen also aus diesem Wege gehört zu den Unmöglichkeiten." „Doch ich kenne einen anderen weg. Salome fährt wenigstens in jeder Woche einmal nach ihrem Landhause, das jenseits des Gebirges im Thale Saron liegt. Bei einer solchen Gelegenheit sich ihrer zu bemächtigen, um den Aufenthalt der Aönigin von ihr durch Zwang zu erfahren, ist leicht möglich; und weigert sie sich, die verlangte Angabe zu machen, dann halten wir sie so lange fest, bis sie sich dazu enffchließt." „wo soll sie so lange untergebracht werden?" fragte der Vater mit Aopfschütteln. wir bringen sie nach der Hütte des Holzschlägers j?apo, die versteckt und weit ab genug von der Landstraße liegt, um unentdeckt zu bleiben. Ich kenne diese Hütte genau." „Gesetzt, alles gelänge," meinte einer der Verbündeten; „sind wir sicher, daß sie uns die Wahrheit sagen, daß sie nicht einen anderen Ort angeben wird als denjenigen, wo sich die Aönigin in Wirklichkeit befindet?" „wir sagen ihr von vornherein, daß wir sie so lange bei uns behalten, bis wir uns von der Wahrheit ihrer Angabe überzeugt haben."