Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 10 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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hältnüsen zurückließ. Da sich Wilhelms älterer Bruder, obwohl damals schon Oberlehrer, wenig um die Mutter und ihn kümmerte, so inußte der vierzehnjährige Knabe fortan seine ganze freie Zeit dem Privatunterrichte widmen, um die Kosten des Hausstandes bestreiten zu können. Unter diesen Anstrengungen brach Wilhelm eines Tages zusammen: ein schweres Brnstleiden. das ihn bis an sein Lebensende verfolgte, bannte ihn monatelang an das Krairkenlager. Als er endlich genas, schien es besorgten freunden und Gönnern wenig ratsam, daß sich der schwache junge Mensch von neuem der ungeheuren Doppelarbeit in Schule und Haus anssetze: sie rieten ihn: deshalb, H liW -i Ufy dicht vor dem Abiturientenexamen der Gelehrtenlanfbahtt zu entsagen und in das Bureau einer Ieuerversichernngsgesellschaft einzutreten. Der Gedanke an eine neue „Kurzschrift" beherrschte Wilhelm Stolze schon auf der Schulbank, denn die bisher geltenden Grundsätze für die Kurzschrift entsprachen seinen Anschauungen sehr wenig. Indessen konnte er lange Zeit hindurch wegen seiner angestrengten Thätigkeit kaum dazu kommen, sich seiner Lieblingsbeschäftigung voll zu widmen. Erst das kurz nach seinein Austritt aus den: Versicherungsbureau im Jahre 1834 erschienene Lehrbuch Gabelsbergers „Deutsche Redezeichenkunst" regte die Crfindnngslust und -kraft Stolzes dermaßen an, daß er sich die nun folgenden Jahre ausschließt lich selbständigen Versuchen auf dem Gebiete der Stenographie widmete. Im Jahre 1840 war sein Lehrbuch handschriftlich vollendet. Da er nun