Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 10 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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153 Königin ausfindig zu machen. Ja noch mehr: sollte ihnen dieses gelingen, dann wollten sie die unglückliche Blariamne aus der Gefangenschaft befreien. Das gelobten sie feierlich. Den hier versammelten jungen Leuten schlossen sich noch andere von gleicher Gesinnung an, und so entstand eine zwar kleine, aber heldenmütige Schar, die vom Geiste der Rechtlichkeit und Vaterlandsliebe beseelt, ihr Leben der Befreiung der Königin Blariamne zu weihen und die Zurückführung der Hasmonäer zu ihrem Herrscherrechte zu bewirken, als letztes Ziel betrachtete. (Fortsetzung folgt.) Wilhelm Stotze. «Zu seinem hundertsten Geburtstage.» Für die reifere Jugend. Die Stenographie oder Kurzschrift soll uns in den Stand setzen, so schtlell zu schreiben, loie gesprochen wird. Nun giebt es eine ganze Anzahl Spstenle, die zumeist nach ihren Begründern benannt sind. Welchem Systeme der Vorrang gebührt, ist nicht leicht zu entscheiden, soll auch hier unerörtert bleiben. Wir wollen uns aber die Gelegenheit, ans einen Mann hinzuweisen, der sich um die Stenographie unbestrittene Berdienste erworben hat, nicht entgehen lassen. Wir meinen Wilhelm Stolze, dessen 100. Geburtstag die nach tausenden zählenden Anhänger des Stolzeschen Systems anr 20. Mai d. (V gefeiert haben. Wilhelm Stolze entstammte gleich vielen anderen unserer bedeutendsten Männern bem ehrenfesten deutschen Handwerkerstande. Sein Vater hatte das Schnhntacherhandwerk erlernt tind sich nach jahrelanger Wanderung durch Rusiland und Deutschland int Jahre 1780 in Berlin niedergelassen. Int Hause 36 der Stralaner-Straße wurde am 20. Mai 1798 August Heinrich Wilhelm Stolze geboren. Der Vater hatte den Knabemzn seinem Nachfolger int Geschäft bestimmt. Um so herber war seine Enttäuschung, als er wahrnehmen mußte, das; Wilhelm schon frühzeitig eilte viel stärkere Neigimg für die Bücher als für Ahle ttitb Pechdraht zeigte. Diese Wahrnehmung und Rücksicht auf die schwankende Gesundheit des Knaben bestintmten beit wackeren Meister, den talentnnb hoffnungsvollen kleinert Schufterlehrling von der Werkstatt ans die Schulbank des dantals in der Burgstraße gelegenen Joachimsthalfchen Gymnasiums ztt bringen. Int Jahre 1808 trat er in diese Ailstalt ein, die er llach neunjährigem Bestiche int Jahre 1817 verließ. Er war erst 14 Jahre alt, als fein Vater starb und, da das Geschäft in den letzten Jahrelt weniger gut gegangen war, die Familie in sorgenvollen Ver-