Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 10 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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152 kräftiger junger CanMeute und pflegten ernsten Rat. Aus ihren feurigen Blicken sprach die Helle Begeisterung. Es war jene Begeisterung, die dem Jünglinge den Busen schwellt und seinem Blick den feurigen Glanz verleiht, wenn es gilt, für den Gegenstand seiner Sehnsucht oder gar für das Wohl des Baterlandes einzustehen. Blanche feurige Rede entquoll hier unter dem Rauschen der federn der Zünglingsbrust — allein ein fester Entschluß wurde nicht gefaßt. Alan hielt es für ratsam, in erster Reihe die Antwort abzuwarten, die Zipora den: Ukwo bezüglich der von ihm gewünschten persönlichen Überreichung der Kapsel an die Königin für den folgenden Tag zugesagt hatte. Ehe noch der Ulorgen graute, sollte der ungeduldig harrenden Schar die Antwort werden. N)er beschreibt aber das Entsetzen der Jünglinge, besonders Ukwos, als sie aus der so sehnsüchtig erwarteten Antwort erfuhren, daß die Königin überhaupt nicht mehr in Jerusalem weile, daß der König sie vielmehr an einen Ort hat bringen lassen, den niemand zu nennen wußte. kV. Ein kühner streich. ~Sm Hause des Radlers Ehama dauerte die Beunruhigung fort. Die Beaniten kamen nicht nur, wie sie gedroht, am folgenden Tage, sondern sie wiederholten ihren Besuch und die Rachforschungen mehrere Tage hintereinander. Daß ihr Suchen, Toben und fluchen erfolglos war und warum dieses, wissen wir. Zwar waren die geängstigten Eltern von dem Aufenthalte Ukwos unterrichtet, allein sie besorgten, daß der sonst so fleißige Sohn in Verfolgung seines planes der Arbeit entzogen werde und sich in eine äußerst gefahrvolle Lage versetze, wohin sollte und konnte das Unternehmen führen? Ukwo ahnte nicht, daß er Gegenstand des Hasses und der Verfolgung seitens des römischen Offiziers war, dessen Söhnen er so übel mitgespielt hatte. Die den beiden rohen Burschen zugefügte Beleidigung konnte der Offizier dem jüdischen Jünglinge nicht vergessen, und er wollte kein Ulittel unversucht lassen, ihn in seine Gewalt zu bekommen. Die Botschaft, die Königin sei nicht mehr in Jerusalem, und niemand wisse, wohin sie der König gebracht hat, wirkte anfangs niederschmetternd auf die jungen Leute, die sich im Zedernwalde zur gemeinsamen Beratung zusammengefunden hatten. Allein sie fachte die Begeisterung nur noch mehr an, und die Jünglinge waren fest entschlossen, alles daran zu setzen, um den Aufenthaltsort der