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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 10 (1898) · p. Seite 150

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
10 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 150 (sequence 8)
Language
German
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150 ausspann, rcrbrud^io er in der Uöhle, und erst unter dem Schutze der Nacht verließ er sein Oersteck. Lein nächster Entschluß war der, seinen Mheim, seines Vaters Bruder in Bartoßa, zwei Uleilen von Zerusaleiu, auszusuchen. Hier in diesem gastlichen Hause des Landwirtes pflegte Ukwo einen großen Teil seiner freien Zeit in Gesellschaft mehrerer Altersgenossen zuzubringen. Das Schicksal der Königin bildete besonders in der letzten Zeit den wesentlichsten Gegenstand der Unterhaltung. Alle die hier verkehrenden Zünglinge teilten die Gesinnung Ukwos über die jetzige Uegierung und über die Königin, auch sie waren von Zngrimm gegen den König und inniger Teilnahme für Ulariamne erfüllt. Schon wollte er zurückkehren, da tauchte die Gestalt der so arg bedrohten Königin vor seinem geistigen Auge auf. Er sah sie von Mördern umgeben, er sah selbst den König mit gezogenem Dolch auf sie eindringen —- und das hielt ihn auf dem nun einmal betretenen Wege fest. Ukwo wollte zunächst in Bartoßa sowohl mit seinem Mheim, als auch mit seinen Gesinnungsgenossen die Lage besprechen und beraten, was jetzt zu thun sei. Die arlfgehende Sonne hatte das Dunkel der Nacht noch nicht ganz verscheucht, als er nach Bartoßa kam. Noch lag alles tief hn Schlaf, weshalb Ukwo die den Mrt umschließenden Waldflecken aufsuchte. Die zwischen ihnen liegenden wohlangebauten Getreidefelder durchschreitend, labte er sich an den dem üppigen s^flanzenwuchs entsteigenden Düften, die unter dem leisen Hauch des Morgenwindes so stärkend und erfrischend auf seine müden Glieder wirkten. „Deine Gaben sind süß, o Gott," sprach Ukwo, seinen Blick, wie zum Gebet, zum fytmm'I erhebend — „süß und lieblich, — aber wie oft werden sie nicht dem Menschen durch den Menschen verbittert! Za, es ist ein herrliches Land, das du nach deiner Verheißung unserem Volke gegeben. Zudäa ist schön! Seine Sonne ist Heller und glänzender, seine (Zuellen sind süßer, seine Berge erhabener und anmutiger als die aller andern Länder! wie liebe ich mein Zudäa! wie glücklich wäre ich, wenn es von einem Herrscher regiert würde, dessen Szepter von Liebe und Gerechtigkeit geleitet, dessen König Blut von unserem Blut wäre! Aber ach, das Gegenteil schaue ich. Der rechtmäßige König ist von dem Thron gestoßen, und an seiner Stelle wütet ein Fremdling unter den Edelsten des Volkes. Die Heuchelei und Falschheit trimuphiert, während die Wahrheit und Treue gebückt einhergeht. Gieb uns, o Gott, bessere Zeiten!" Die Verwandten Ukwos waren nicht wenig überrascht, als dieser zu so früher Tageszeit bei ihnen eintrat, sie freuten sich aber deshalb nicht weniger mit ihm. Mit Staunen vernähen Zizchak, der Mheim Ukwos, den Grund

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