Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 10 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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148 „Es lag mir fern, es mir anzueignen. Mein Lohn hat bereits ausfindig gemacht, wohin der Fund zu bringen — er weiß, wem er gehört. Er selbst kann es euch sagen, ich werde ihn rufen." — Und Ehama begab sich in die Merkstätte. Zu seinen: großen Erstaunen fand er aber Ukwo daselbst nicht inehr vor, und auch im Hofe und in: ganzen Hause konnte er ihn trotz eifrigen Luchens nicht entdecken. Beunruhigt über den Verbleib seines Lohnes berichtete Ehan:a den Beamten, daß Ukwo nicht zu finden sei. Diese glaubten ihn: jedoch nicht; sie waren vielinehr der Ansicht, Ehama verleugne seinen Lohn, un: so der Notwendigkeit, die Aapsel zurückzugeben, überhoben zu sein. Mo aber war Ukwo geblieben? Er war seinen: Vater bis auf den Hof gefolgt, hier konnte er deutlich vernehmen, daß es sich um die gefundene Aapsel und deren Herausgabe handelte. Mürde er der Aufforderung, die Aapsel herauszugeben, Folge geleistet haben, so wäre ihn: die Erfüllung seines sehnlichsten Munsches, der Aönigin die Aapsel persönlich einzuhändigen, unmöglich geworden. Er wußte aber auch, daß er sich der Gewalt der Beainten nicht würde widersetzen können. Aus diesen Erwägungen ging der rasche Entschluß hervor, sich heinllich mit der Aapsel zu entfernen. Er bedachte für den Augenbllck nicht, welchen Unannehmlichkeiten er seine Eltern hierdurch aussetzte. Die Beamten schenkten der Beteuerung LHamas, daß er selbst nicht wisse, wohin sein Lohn sich begeben hat, keinen Glauben. Sic verlangten vielinehr, nach der Merkstätte geführt zu werden, un: sich selbst zu überzeugen, und falls die Angaben Eharnas sich bestätigen sollten, Nachforschungen über den Verbleib der Aapsel anzustellen. Ehama kan: diesen: Verlangen mit Bereitwilligkeit nach. Da die Beainten Ukwo nicht fanden, durchsuchten sie das ganze Haus nach der Aapsel, wobei sie ihren: Unmute lebhaften Ausdruck gaben. Unverrichteter Lache entfernten sie sich mit der Drohung, morgen wiederkommen zu wollen, falls der Fund mittlerweile nicht an die Behörde abgeliefert würde. Ehama und seine Frau sahen sich betroffen an. Zun: ersten Male waren sie in so unliebsamer Meise mit der Behörde in Berührung gekonnnen. Lie waren stets so friedfertig und ihre Lebensweise war so streng rechtlich, daß sie nieinals mit dem Gerichte zu thun hatten. Und nun inußten sie sich trotz ihrer Unschuld eine so barsche Behandlung der Beamten, die unter römischem Einfluß standen, gefallen lassen. Zu dieser Beunruhigung gesellte sich die Lorge un: Ukwo. Zhr habt es wohl schon erraten, liebe Leser, auf welche Meise die Behörde von den: Funde Aenntnis erhielt. Die beiden Ofsizierssöhne, deren