Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 10 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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u? sie die Grundlage für sämtliche Pflichten gegen Gott wie anch gegen uns selbst nnd gegen nnsere Mitmenschen. ^yiir unsere Versal,reu in Palästina, die ja Ackerslente waren, hatte dieses Feü noch eine andere Bedeutung: um diese Zeit war der Weizen reif, und mau feierte das Erntefest, indem uian Gatt, dem Herrn, zur Ehre aus dem ersten neuen Mebl 2 Brate backte, die der Priester als „Erstlingsbrote" in vorgeschriebener Weise als tapfer darbrachte. Aber das bat nun schon seit langent ausgeyört. Zn unseren Gegenden in das Getreide noch lange nicht erntereif, nnd die Opfer haben anch längst anfgebört. Aber die 10 Worte sind geblieben, dringen in immer weitere Kreise der Menschen nnd iverden einig bestehen. Wir Israeliten aber, denen diese Worte zuerst offenbart worden sind, lvollen an diesem Feste Gott dafür danken mit) mt* bestreben, sie allezeit auch gewinenbaft 31t erfüllen. Dr. Kuttnev. Wariamne. Geschichtliche Erzählung aus deni letzten Jahrhundert vor der gewöhnlichen Zeitrechnung. Don Moritz Scherbe!. (Fortsetzung.) Thama und sein Sohn arbeiteten ruhig weiter; uni sie waltete Stille, die nur durch das Geräusch der gehandhabten Werkzeuge unterbrochen wurde. plötzlich wurde es laut. Dom Vorderhause her konnte man scharftönende Männerstimmen vernehmen. Die Heftigkeit, mit der die Reden geführt wurden, ließ auf keine ruhige Auseinandersetzung schließen. Vater und Sohn sahen einander erstaunt an. Da stürzte Ehanna in die Werkstätte: „Thama, komme schnell ins Vorderhaus, es sind Gerichtsbeamte da!" Wiewohl einiges Erstaunen auf dem Gesichte des Angeredeten sich zeigte, stand er doch ruhig von der Arbeit auf und' folgte seiner Frau. Er traf in seiner Wohnung zwei Männer an, die er als Gerichtsbeamte erkannte. „Euer Sohn hat euch gestern eine goldene Aapsel nach Hause gebracht, die er mit einem anderen Zungen gesunden hat," sprachen sie in strengem Tone. „So ist es." „Nun, wo ist das Gefundene? Zhr habt kein Recht, es zu behalten, müßtet es schon an die Behörde abgeliesert haben."