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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 9 (1898) · p. Seite 139

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
9 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 139 (sequence 13)
Language
German
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’PTWW' — 139 — Richtung, welche ec ::in:mt, nur aus der wellenförmigen Bewegung des Grases erkennen. Nun geht die Sonne auf, und ihre ersten Strahlen vergolden die Wipfel der Bäu,ne und spiegeln sich in den Tautropfen, so daß alles wie mit Diamanten bestreut erscheint, waldl erreicht nun den Rand des Waldes; auf seinemwege durch das Gras Haler ein Lad genonnnen nnd schüttelt sich nun so kräftig, daß ein kleiner Sprühregen entsteht. Gr betritt einen schmalen Waldpfad und schreitet mit nachdenklich zur Erde gesenkten: Kopfe vorwärts, plötzlich blielt er erstaunt in die Höhe; ein kleiner runder Gegenstand, eine hohle Haselnuß, ist unsanft auf seine Schnauze gefallen, waldl ist ärgerlich über diese Störung; man sieht es ihm recht gut au; denn seine Stirn ist ganz in Falten gezogen; nun stößt er ein kurzes Gebell aus; ja, richtig, dort auf der hohen Tanne hat er den Ruffethäter bemerkt; ein zierliches, rotbraunes Eichhörnchen, welches unerschrocken auf waldl herunte: blickt. Es scheint zu wissen, daß waldls Herr, der Förster mit der bösen Büchse, nicht zugegen ist und daß der Dacbshund. so tapfer er auch ist, doch nicht auf den hohen glatten Baun: klettern kann, waldl scheint es auch einzusehen; denn nachdem er das Eichhörnchen noch ein paarmal angebellt hat, wie um ihm einen B erweis für seine Ungeschicklichkeit zu geben, kehrt er ihn: verächtlich den Rücken und trabt gemächlich weiter. waldl ,naz wohl eine halbe Stunde im Walde herumgelaufen sein, als plötzlich ein Ton wie das weinen eines kleinen Kindes an sein Ohr dringt. Da bleibt er stehen, spitzt die Ohren und läuft dann in der Richtung, aus der das Geschrei konmrt, davon. Nach wenigen Almuten hat er eine kleine, sonnenbeschienene Waldblöße erreicht. Hier ist unter einer Fichte auf den: Bod.n, ein Tuch ausgebreitet, und darauf liegt ein ganz kleines Kind, mit vom weinen geröteten Gesichtchen. waldl bleibt verwundert stehen; dann geht er langsanr auf das Kleine zu; wenige Schritte von ihn: steht er wieder still, wie ihn das Kindchen bemerkt, hört es plötzlich mit weinen auf, öffnet verwundert die Augen und streckt dann auf einmal, wie nach einem willkom,neuen Spielzeuge, die Händchen nach ihn: aus. waldl kommt nun ganz nahe heran, setzt sich vor dem Kinde nieder und leckt ihn, die Händchen.' Das Kleine ist aber nicht so gutmütig wie der Hund; es packt ihn beim Schweife, zaust ihn an den Ohren und fährt mit seinen Händchen unsanft über waldls glänzendes Fell; es wird ganz vergnügt dabei und beginnt zu jauchzen. waldl läßt sich alles gefallen und sitzt ganz geduldig da. Als die Sonne aber höher steigt und dem Kinde gar zu warn: auf das Köpfchen scheint, da wird es müde nnd schläfrig; es legt sich behaglich zurecht, läßt aber den Hund, den es an beiden Ohren hält, nicht los, und es dauert gar nicht lange so ist es fest und tief eingeschlafen, waldl liegt ruhig neben den: Kind.; er rührt sich nicht, obwohl feine Lage gar keine bequeme ist, er ist so sorgsan: wie die beste Kinderfrau.

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