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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 8 (1898) · p. Seite 124

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
8 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 124 (sequence 14)
Language
German
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124 (Ein wüstes Toben. Drinnen stand Der Jüngling auf vom Ätze, Im sanften Antlitz Sonnenbrand, Zm blauen Auge Blitze. " Tr stieß das Glas hinweg, er warf * ™ Die Scherben an die wände, . Und so erhob er hoch und scharf Die Stimme und die Bande: Das wolle Goit im Bimmel nicht, Daß solches je geschehe! Nein l wer mit deutscher Aunge spricht. Rust Deutschland niemals wehe! Und wenn ich sie, die mich verstieß, Nie Wiedersehen werde, Ulein letzt Gebet und Wort bleibt dies: Gott schütz' die deutsche Trde. Überall, wo das echte deutsche Cied erklingt, wurde jetzt an denr hundertsten Geburtstage des Dichters Heinrich Hoffmann von Fallersleben in Dankbarkeit gedacht. Und so wird sein Andenken fortleben in den Herzen aller Deutschen, besonders der deutschen Jugend. Wers haben soll, der bekommts. Nicht weit von Jerusalem wohnte einmal ein sehr reicher, aber geiziger Mann. Zu diesem kam einst ein Fremder, brachte ein Pfand und bat ihn, ihm darauf 100 Gulden zu leihen. Der Reiche prüfte sorgfältig das Pfand und sagte dann zu seiner Frau: „Geh’ hinauf in die Kammer und hole 200 Gulden aus der Kiste.“ Die Frau ging hinauf; als sie aber das Geld herausnehmen wollte, rief eine Stimme: „Lass das Geld liegen, es ist nicht dein!“ Die Frau erschrak sehr, als sie dies hörte, eilte zum Manne, erzählte, was ihr widerfahren und bat ihn, selbst das Geld zu holen. Der Mann ging hinauf. Doch auch ihm schrie dieselbe Stimme dasselbe zu, als er in die Kiste greifen wollte. Nachdem er sich von seinem Schrecken erholt hatte, fragte er: „Wenn das Geld nicht mein ist, so lass mich wissen, wem es denn zukommt?“ Da antwortete die Stimme: „Wenn du es denn wissen willst, so vernimm, dass es dem Rabbi Abraham Drechsler in Jerusalem gehört.“ Da dachte der Geizhals bei sich: „Wenn dass Geld nicht mein ist, so will ich es auch nicht haben, aber auch kein anderer soll es haben!“ — Er nahm alles Geld, das er hatte, alles Gold und Silber, alle Edelsteine und Kostbarkeiten, die er besass, verbarg sie in einem hohlen Baume seines Gartens und verschloss die Oeffnung sorgfältig; so fügte sich der reiche Mann in sein Schicksal. Nach einiger Zeit geschah es, dass bei einer grossen Überschwemmung, die viele Häuser einriss, auch dieser Baum weggeschwemmt wurde.

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